Eine wild umher hüpfende Jubeltraube am Mittelkreis, im Anschluss eine Humba mit den rund 130 mit gereisten ,begeisterten Anhängern auf der Haupttribüne und danach immer wieder heftige Umarmungen mit den Mitspielern – die Drittliga Handballer der SG VTB/Altjührden feierten am Freitagabend noch Minuten nach dem Schlusspfiff ihren ebenso überraschenden wie verdienten 28:24 (16:15)-Derbycoup beim OHV Aurich ausgelassen – die Ð berichtete. Vor 1500 verdutzten Zuschauern in der Sparkassen Arena hatten sie dem favorisierten Gastgebern dank einer über weite Strecken erstaunlich ruhigen und disziplinierten Spielweise im Angriff sowie einer äußerst engagierten Vorstellung die erste Heimniederlage der laufenden Saison zugefügt. Aus einer geschlossen starken Teamleistung ragten dabei vorn Marek Mikeci (9/3 Treffer) sowie hinten Torhüter Björn Bröckerhoff ( 23 Paraden) als Matchwinner noch ein Stückweit heraus. Besonders der 23-jährige Schlussmann, der vor der Saison vom OHV zur SG zurückgekehrt war, lief gegen seine alten Teamkameraden zur Galaform auf. Seine Ex-Mitspieler brachte er nach dem Seitenwechsel mit zahlreichen Reflexen selbst aus kürzester Distanz schier zur Verzweiflung, so dass für ihn am Ende eine außergewöhnliche Quote von über 70 Prozent gehaltener Würfe zu Buche stand. Doch der Reihe nach: In der ausgeglichenen ersten Halbzeit hatten sich die Vareler nur eine kurze Schwächephase erlaubt. Auch wegen diverser Zwei-Minuten Strafen sowie einiger Fehlpässe und unvorbereiteter Würfe gerieten sie nach der 5:3-Führung (7. Minute) bis zur 22. Minute mit vier Treffern in Rückstand – 9:13. Doch in einer Team auszeit brachte SG-Coach Andrzej Staszewski seine Spieler wieder auf Kurs. Der eingewechselte Bröckerhoff entschärfte einige Würfe der Hausherren, Mikeci zeigte sich sowohl aus dem Rückraum als auch vom Siebenmeter-Strich treffsicher. So erarbeiteten sich die Gäste zur Pause eine knappe Führung. Zumal auf OHV-Seite zwar der äußerst motiviert zu Werke gehende Ex Vareler Torben Lemke immer wieder zum Torerfolg kam, in Kevin Wendlandt aber der eigentlich torgefährlichste  Auricher  Rückraumschütze von der Vareler 5:1-Abwehr weitestgehend kalt gestellt wurde. Nach dem Seitenwechsel nahm dann der erste Auswärtssieg der Vareler seit mehr als sechs Jahren in einem Nordderby gegen Aurich immer mehr Konturen an. Nach dem 1 7:17 Zwischenstand (34.) sollte den Aurichern in den nachfolgenden 16 (!) Spielminuten kein einziger Treffer gelingen . Zwar ließen die Vareler nach dem1 9:17 (38.) gleich sechsmal die Chance auf die erste Drei-Tore-Führung in der Partie ungenutzt, doch wurden die im vorherigen Saisonverlauf so stabil agierenden Ostfriesen immer verunsicherter und fahriger, weil sie im Abschluss immer wieder an Bröckerhoff scheiterten. Das erlösende 20:17 aus Vareler Sicht  erzielte dann Jan Derk Janßen (46.). Max Wiedenmann erhöhte auf 22:17 (49.), ehe der ansonsten völlig blasse Wendlandt die Torflaute der Auricher beendete – 22:18 (50.). Doch antworteten die Vareler prompt – und wie: Mit einem sehenswerten Unterarm-Kracher traf Rechtsaußen Jan Derk Janßen zum 23:18 (51.). Diesen Vorsprung ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen. Der Frust der Hausherren entlud sich bei Sven Seidler in einem rüden Foul an Mikeci, den er mit einem Schubser derart  unsanft aus der Luft holte, dass er von den Unparteiischen die Rote Karte gezeigt bekam( 55.). Mikeci konnte nach längerer Behandlung am Rücken unter Schmerzen weiter machen. Spätestens als Bröckerhoff  beim Stand von 26:22 in unmittelbarer Folge drei Würfe aus der Nahdistanz  pariert hatte (58.), war die Partie gelaufen. „Auswärtssieg , Auswärtsieg “ skandierten die Vareler Fans, während die ersten Auricher  Anhänger kopfschüttelnd und enttäuscht vorzeitig die Arena verließen.

Quelle: Henning Busch – www..nwzonline.de/friesland/lokalsport