„Das Management muss arbeiten. Wir brauchen Verstärkung!“ Es klang wie ein Hilferuf  von Trainer Andrzej Staszewski nach der verdienten 27:32 Heimniederlage der Drittliga Handballer der SG VTB/Altjührden gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin. Doch Vorstand Lothar Brecht erteilte am Sonnabendabend dem Wunsch von Staszewski prompt eine Absage. „Einen Spieler, der uns nach vorne bringt, gibt es nicht. Ein ganz klares Nein!“, antwortete Brecht. Staszewskis Forderung nach mehr Qualität im Kader war nur allzu verständlich, denn bei seinem Team klappte auf dem Parkett der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden so gut wie gar nichts. Auch von der sonstigen Heimstärke war kaum etwas zu sehen. Einzig dem Kampfgeist der Gastgeber war es zu verdanken, dass die Niederlage vor 373 enttäuschten Fans am Ende nicht noch höher ausfiel. Sehenswert dagegen war die Leistung von Schwerins Rechtsaußen Bevan Calvert. Der australische Nationalspieler war mit seinen elf Toren, davon ein Siebenmeter, fast allein das Eintrittsgeld wert. So brillierte er nicht nur bei seinen pfeilschnellen Tempogegenstößen, sondern düpierte in Halbzeit zwei als fast kleinster Spieler auf dem Feld die Vareler Abwehrrecken mit einem Sprungwurftor aus dem Rückraum. Zu Beginn des Spiels sah es zunächst noch so aus, als ob die Friesländer den Gästen aus der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns Stand halten könnten. Zwar zog Schwerin nach zwei Unterarmwürfen von Mathias Mark Pedersen auf 10:7(18.) davon, doch Martins Libergs, Oliver Staszewski, Fabian Hartwich und Tom Wiedenmann brachten die Vareler wieder auf 11:12 (22.) heran.

Anschließend gab es aber einen deutlich Bruch im Spiel der Gastgeber. Während die Gäste teilweise einfach durch die löchrige Abwehrreihe der SG marschierten, scheiterten die Vareler Angreifer gleich reihenweise am gutaufgelegten Stiere-Keeper Jan Kominek. Zur Pause hatte sich Schwerin eine klare 18:12Führung herausgeworfen. Gut zehn Minuten nach Wiederanpfiff, als die Partie nach einem        Siebenmetertor von Calvert zum 22:15 so gut wie entschieden war, entfaltete Varel einen Angriffswirbel, den man so nicht mehr erwartet hatte. Zweimal Jan Derk Janßen, Kevin Langer und Libergs verkürzten innerhalb von nur fünf Minuten den Abstand auf 19:22.Allerdings war das Strohfeuer der Gastgeber schnell wieder erloschen. Nach in Auszeit brachte Stiere-Trainer Danny Anclais seine Mannschaft schnell wieder in die Spur. Fünf Minuten vor dem Abpfiff führten die Mecklenburger Stiere schon wieder mit 32:24. „Der Sieg ist verdient“, freute sich Stiere-Coach Anclais. „Unsere Abwehrarbeit war nicht so gut wie sonst. Im Angriff haben wir oft zu früh abgeschlossen. Wir müssen weiter hart  arbeiten“, resümierte Andrzej Staszewski, der im kommenden Auswärtsspiel beim Tabellen zweiten OHV Aurich auf jeden Fall auf Martins Libergs verzichten muss. Der ehemalige lettische Nationalspieler ist  zu einer Militärübung seines Heimatlandes einberufen worden.

Quelle: Friedhelm Müller-Düring – www..nwzonline.de/friesland/lokalsport