Nach der zweiten Auswärtspleite im zweiten Saisonspiel peilen die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden nun im zweiten Heimspiel den zweiten Heimsieg an. Zumal die Friesen von der Papierform her an diesem Sonnabend vor einer lösbaren Aufgabe stehen, denn zu Gast in der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden ist ab 19.30 Uhr der noch sieg- und punktlose Tabellenletzte HV Grün Weiß Werder.

Die Gäste aus der Nähe von Potsdam haben nach dem Aufstieg aus der Oberliga ihre ersten drei Begegnungen in der neuen Spielklasse allesamt klar verloren. Zuletzt kam das Team von Trainer Silvio Krause bei der 15:33 (5:15)-Heimklatsche gegen Schwerin sogar richtig unter die Räder. Dennoch hat SG-Trainer Andrzej Staszewski seine Mannschaft eindringlich davor gewarnt, den Gegner auf die vielzitierte leichte Schulter zu nehmen.

„Das wird alles andere als ein einfaches Spiel“, betont Staszewski vor allem mit Blick auf die ungewöhnlichen Deckungsvarianten der Gäste von der Havel. Praktisch die gesamte Spielzeit über werden ein, zwei gegnerische Spieler mit einer Manndeckung bedacht. „Mit ihrer 5+1- oder 4+2-Formation werden sie wohl auch bei uns versuchen, Fehler im Angriff zu provozieren und diese schnell über Tempogegenstöße auszunutzen“, mutmaßt der SG-Coach: „Davor müssen wir auf der Hut sein.“

Überhaupt sei das Angriffsverhalten seiner Mannschaft nach dem schwachen Auftritt in Beckdorf (28:30), als man den gegnerischen Torwart zum Helden warf, nun im Heimspiel das A und O: „Wir haben uns in Beckdorf immer wieder gute Wurfpositionen herausgespielt, diese dann aber viel zu häufig nicht genutzt“, ärgert sich Staszewski: „So geht es nicht weiter, wir müssen die Fehlwurfquote jetzt radikal senken!“

Auch das Werder-Team, das nach dem Aufstieg einen großen personellen Umbruch schultern musste – elf Spieler gingen, sieben Zugänge kamen – und sich den Klassenerhalt zum Ziel gesteckt hat, enttäuschte bislang im Angriff. Eine hohe Fehlerquote bei Pässen sowie eine schwache Wurfausbeute, gepaart mit Problemen im Durchsetzungsvermögen gegen hart zupackende Deckungsreihen waren hauptverantwortlich für den Saison-Fehlstart.

„Wir müssen zusehen, dass die Partie gegen Schwerin zu keinem mentalen Knacks bei uns führt“, hatte Rückraumspieler Dominik Nehls nach der Heimschmach betont. Jetzt wollen es die Werder-Akteure am Jadebusen deutlich besser machen.

Auf Vareler Seite ist der Einsatz des an Grippe erkrankten Etrit Xhafolli fraglich, zudem ist Torhüter Björn Bröckerhoff angeschlagen. „Wir haben im Training viel in kleinen Gruppen gearbeitet, um die Abläufe im Angriff weiter zu verbessern“, erläutert Staszewski. Zudem ließ er seine Spieler viel aufs Tor werfen – ob es gefruchtet hat, wird sich in der Partie gegen Werder zeigen.

Quelle: Henning Busch – www.nwzonline.de/friesland/lokalsport