Einen ganz wichtigen Heimsieg im Abstiegskampf haben die Drittliga Handballer der SG VTB/Altjührden am Samstagabend in der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden gelandet. Vor 529 Zuschauern besiegten die Schützlinge von SG-Trainer Andrzej Staszewski Mitabstiegskonkurrent MTVBraunschweig am Ende deutlich mit  27:19 Toren. Nach der  28:30 Hinspielniederlage haben die Vareler damit auch den direkten Vergleich gewonnen, der in der Schlussabrechnung noch einmal sehr wichtig werden kann.

Dürftiger Start

Eine Halbzeit lang hatte es nicht nach diesem klaren Erfolg ausgesehen, denn zur Pause lagen die Gastgeber nach einer eher dürftigen Angriffsleistung noch mit 10:12 hinten. Garant für die beiden fast überlebenswichtigen Punkte war SG-Keeper Levin Stasch, der hinter einer starken Vareler Defensive zu absoluter Höchstform auflief und die Braunschweiger zur Verzweiflung brachte. Mit 18 Paraden zog der 21-Jährige den MTV-Angreifern den Zahn. In Halbzeit zwei musste Stasch das Leder nur sieben Mal aus dem Tornetz holen. Im ersten Spielabschnitt war die Rechnung der Braunschweiger noch aufgegangen. Mit der offensiven, aber kraftraubenden 3:3-Deckungsvariante brachte der MTV das Vareler Angriffsspiel mächtig ins Stocken. Selbst SG-Routinier Marek Mikeci leistete sich leichte Fehler, die für Erstaunen im Publikum sorgten. Torgarant Oliver Staszewski fehlte in den ersten 30 Minuten zudem der Zug zum Tor. Die Gäste, die in Johannes Krause (6) und Philipp Krause (6/4) ihre besten Torschützen hatten, bissen sich ebenfalls an der guten Vareler Abwehr die Zähne aus. Ab der 20. Minute sah es dann garnicht gut für die Hausherren aus, denn mit vier Treffern in Folge zog der MTV auf 12:9 davon.Praktisch mit dem Halbzeitpfiff konnte Jan Derk Janßen noch auf 10:12 verkürzen. Anstatt eine deftige Kabinenansprache zu halten,wählte Staszewski in der Pause nur lobende Worte,um sein Team auf die Siegerstraße zu bringen. „Er hat keine Moralpredigt gehalten, sondern nur die guten Seiten unseres Spiels aufgezeigt.Wir sind alle voll motiviert aus der Kabine gekommen“, sagte Trainersohn Oliver Staszewski,der direkt nach Wiederanpfiff zunächst noch mit einem  Lattentreffer Pech hatte (31.). Zu dieser Phase des Spiels war es SG-Routinier Martins Libergs,der sein Team mit unbändigem Kampfgeist nach vorn peitschte. „Martins war zusammen mit Levin der beste Mann auf dem Platz“, lobte Coach Staszewski den mittlerweile 37-jährigen Letten. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff führten die Vareler mit 1 6:14, ehe Braunschweig noch einmal durch Sebastian Czok auf 15:16 verkürzte (43.). Mit diesem Treffer war das Tore werfen der Gäste aber vorerst beendet. Die Vareler Abwehr und ein überragender Stasch dahinter nagelten ihren Kasten förmlich zu. In der Offensive erzielte die SG um ihren immer besser ins Spiel kommenden Torjäger Oliver Staszewski Tor um Tor.

Friesen nicht zu stoppen

Als Stasch auch noch einem Siebenmeter von Philipp Krause parierte, waren die Friesen nicht mehr zu stoppen.Den Gastgebern kam zugute, dass Braunschweig wegen der kräftezehrenden Spielweise sein offensives Deckungssystem im Laufe der Partie auf eine 5:1- und 6:0 Variante umstellen musste. Erst nach über elf torlosen Minuten traf Braunschweigs Johannes Krause zum1 6:23. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel bereits entschieden. Zum Ende trugen sich dann auch noch Y oungster Etrit Xhafolli (2/1) und Kevin Straten (1) in die Torschützenliste der SG ein. „Wir haben uns gut auf diese Partie vorbereitet. Meine Jungs haben das umgesetzt, was wir trainiert haben. Zehn Treffer in der ersten Hälfte sind zwar zu wenig, doch die Abwehr hat funktioniert. In der Halbzeitpause haben wir das Spiel analysiert. Ich habe meine Mannschaft aufgefordert, mit Geduld zu spielen. Das hat sich am Ende ausgezahlt“, lobte Andrzej Staszewski seine Spieler. „Gratulationan Altjührden. Wir hätten in der ersten Halbzeit durchaus höher führen können. Bis zum 13:10 lief auch alles gut, und bis zum 14:14 war das Spiel auch noch offen. Anschließend haben wir SG-Torwart Stasch zum Weltmeister geschossen“, resümierte Braunschweigs Trainer Volker Mudrow.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport