Krachend sind die Handballer der SG VTB/ Altjührden am Samstagabend auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Nur eine Woche nach dem furiosen 28:24-Derbycoup vor 1500 Zuschauern beim OHV Aurich wurden den Varelern vom Drittliga-Tabellenführer HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg beim auch in der Höhe verdienten 34:26 (13:10)-Auswärtserfolg klar die Grenzen aufgezeigt. Vor der überschaubaren Kulisse von 415 Zuschauern konnte das Team von SG-Trainer Andrzej Staszewski die Partie in der heimischen Manfred Schmidt-Sporthalle nur in der ersten Halbzeit einigermaßen offengestalten .Nach dem Seitenwechsel bestraften die Gäste dann aber fast jeden Fehler der Hausherren im Angriff postwendend mit einem Gegentreffer nach Tempogegenstoß oder flinker ersten Welle und zogen unaufhaltsam davon. Dabei hatte der Vareler Derby-Matchwinner zwischen den Pfosten, Björn Bröckerhoff, in den ersten 30 Minuten noch einige Bälle entschärfen können. Zudem knüpfte Marek Mikeci (10/2 Tore) nahtlos an seine starke Leistung in Ostfriesland an. Der Slowake war im Rückraum diesmal allerdings als Vollstrecker weistest gehend auf sich allein gestellt. Da halfen den Gastgebern am Ende auch die von Max Wiedenmann (5) blitzsauber verwandelten Würfe von Linksaußen nur wenig. Bis zum 8:8 durch einen sehenswerten Rückhandwurf von SG-Kreisläufer Helge Janßen (19.) mit dem Rücken zum Tor war es ein Duell auf absoluter Augenhöhe. Nach einigen strittigen Entscheidungen der beiden Unparteiischen Gleb Sakovski und Christian Schneider (Velbert), die an diesem Abend wahrlich nicht als Heimschiedsrichter agierten, setzten sich die Gäste zur Pause auf drei Tore ab.

Auch nach Wiederbeginn taten sich auf  Vareler Seite im Angriff lediglich Wiedenmann und Mikeci hervor. Letzterer rieb sich im weiteren Verlauf der Partie mangels Unterstützung von seinen Nebenleuten im Rückraum aber immer mehr an der kompakten gegnerischen Abwehr auf. Weder dem jungen Tom Wiedenmann noch dem erfahrenen Oliver Staszewski sollte im Abschluss diesmal viel gelingen. Und während SG-Coach Staszewski angesichts des Vareler Mini-Kaders die personellen Alternativen fehlten, konnte sich sein Gegenüber auf HSG-Seite, Trainer Dusko Bilanovic, sogar den Luxus erlauben, Regisseur Nico Kibat auf die Bank zu setzen und stattdessen den völlig ausgeruhten Maris Versakovs auf Rückraum Mitte zu bringen. Weil zu dem die SG-Abwehr immer öfter Lücken offenbarte und sowohl Bröckerhoff als auch der eingewechselte Levin Stasch im Vareler Tor kaum noch einen Ball abwehren konnten ,bauten die Gäste ihren Vorsprung über 17:12 (35.) und 21:15 (40.) vorentscheidend auf 28:20 (49.) aus. Immer wieder profitierten sie dabei von Vareler Ballverlusten oder Fehlwürfen und ihrem blitzschnellen Umschaltspiel. Während die Gastgeber für ihre Treffer gegen eine aggressive 6:0-Abwehr jedes Mal hart arbeiten mussten, kamen die Schleswig-Holsteiner unbedrängt allein zu zwölf Treffern nach Tempogegenstößen oder Würfen von Außen bzw. Kreis.

Zwar versuchten die Gastgeber mit einer offensiven 4+2-Deckung sowie im Angriff mit einem siebten Feldspieler statt des Torwarts noch einmal alles, doch spielten die Gäste ihren Stiefel in der Manier eines ausgebufften Spitzenreiters sicher herunter und kamen über 31:22 (53.) und 33:24 (57.) zum ungefährdeten Auswärtssieg. Damit holten sie sich zu dem jede Menge Rückenwind für das Gipfeltreffen am kommenden Wochenende gegen den HSV Hamburg, der sich fast zeitgleich vor 1890 Zuschauern mit 4 0:32 (20:14) beim OHV Aurich behauptete. Die Vareler müssen sich indes schnell von der zweiten Heimniederlage in Folge erholen, um sich am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) beim noch sieglosen Vorletzten MTV Braunschweig wieder von ihrer besseren Seite zu zeigen und nach Möglichkeit den zweiten Auswärtssieg der Saison einzufahren.

Quelle: Henning Busch – www..nwzonline.de/friesland/lokalsport