Schwerer Rückschlag im Abstiegskampf für die SG VTB/Altjührden: Die Friesen unterlagen am Samstagabend aufgrund einer äußerst schwachen Trefferquote mit 28:31 (17:17) beim Dansk Håndbold Klub (DHK) Flensborg. Mindestens genauso schwer wog bei der Rückkehr von der Förde die Nachricht vom Coup des MTV Braunschweig, den die Vareler vor einer Woche im Schicksalspiel noch souverän mit 27:19 bezwungen hatten. Doch nun drehte der MTV durch den 28:24-Heimsieg gegen den ambitionierten HSV Hamburg den Spieß im Liga-Überlebenskampf um und zog in der Tabelle wieder an Varel vorbei.

Schon direkt nach dem Abpfiff des Duells der SG-Handballer in Flensburg hatten die Reaktionen beider Mannschaften Bände gesprochen. Während sich die Hausherren des DHK jubelnd in die Arme fielen, weil sie soeben eine Sieglos-Serie von acht Spielen beendet und damit einen riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht hatten, schlichen die Vareler ob der deutlich verschärften Abstiegssorgen sieben Spiele vor dem Saisonende mit hängenden Köpfen vom Spielfeld.

Dabei hatten die Gäste einen Traumstart erwischt und führten nach sechs Minuten mit 4:1, dann jedoch schlichen sich immer häufiger Fahrlässigkeiten bei den Torwürfen ein. „Die Qualität im Abschluss hat gefehlt. Wir haben viel zu viele Würfe von sauberen Positionen ausgelassen“, ärgerte sich SG-Coach Andrzej Staszewski: „Dabei haben wir die Wurfaktionen gegen die offensive 6:0-Abwehr der Flensburger, wie im Training einstudiert, gut herausgespielt. Doch leider hat der letzte Kontakt mit dem Ball zu häufig nicht zum Erfolg geführt. Daher tut diese Niederlage schon sehr weh.“

Schließlich wurden die Vareler Fehlwürfe vor 359 Zuschauern in der Idrætshalle oft doppelt bestraft, denn der DHK erzielte viele Treffer nach Tempogegenstößen. War die Partie bis zur Pause dennoch völlig offen, rannte die SG nach Wiederbeginn immer einem Rückstand hinterher. Spätestens als die Vareler beim Stand von 22:26 (45.) aus einer Überzahlsituation kein Kapital schlagen konnten, sondern stattdessen sogar einen Gegentreffer kassierten, nahm das Unheil seinen Lauf.

Zudem bekamen die Gäste in der Abwehr Flensborgs Rückraum-Linken Ole Zakrzewski (7 Treffer) zu keinem Zeitpunkt in den Griff. „Bei ihm klappte an diesem Abend leider alles“, bedauerte Staszewski und vermisste zumindest in diesem Fall ein konsequenteres Durchgreifen seiner Abwehrrecken.

Trotz der 31 Gegentreffer gab es keinen Vorwurf an die beiden SG-Torhüter Levin Stasch und Björn Bröckerhoff, da die Flensburger zu häufig nach schnellen Gegenstößen oder vom Sechs-Meter-Kreis aus frei zum Abschluss gekommen waren. Im Vareler Angriff war derweil einmal mehr Oliver Staszewski der erfolgreichste Schütze (9). Zudem überzeugte der grippegeschwächte Youngster Etrit Xhafolli (5/4) als sicherer Siebenmeterschütze.

Dennoch geht das große Zittern im Kampf um den Ligaverbleib weiter. Ausgerechnet jetzt folgt die Partie beim unangefochtenen Spitzenreiter TSV Altenholz. „Das ist das schwierigste Spiel der Saison. Aber wir werden uns auch darauf akribisch vorbereiten und im Abstiegskampf weiter alles geben“, betonte SG-Coach Staszewski trotzig.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport