Nach dem Rückhand-Treffer von Kapitän Helge Janßen unmittelbar vor dem Schlusspfiff zum 33:29 Endstand gab es kein Halten mehr: Mit hochgerissenen Armen stürmten alle Akteure der SG VTB/Altjührden aufs Spielfeld und bildeten einen wild umher hüpfenden Jubelkreis. Schließlich hatten die Oberliga-Handballer soeben durch den hart erkämpften Heimsieg in der Spitzenpartie gegen die spielstarke SG Bremen/Hastedt vorzeitig den Meistertitel perfekt gemacht–und damit bereits drei Spieltage vor dem Saisonende den direkten Wiederaufstieg in die Dritte Liga. Begeistert waren in der bestens besuchten Manfred Schmidt-Sporthalle auch die knapp 700 Zuschauer, die ihr Team um Spielertrainer Ivo Warnecke nach Schlusspfiff nicht nur bei der standesgemäßen Humba lautstark feierten. Schließlich waren sie zuvor in der spannenden Begegnung voll auf ihre Kosten gekommen, hatten phasenweise aber auch um den erhofften Titelcoup am viertletzten Spieltag bangen müssen. Denn die auf viel Tempo und schnellen Balltransport setzenden Gäste von der Weser um den starken Spielertrainer Marten Franke (9/1) taten alles dafür, um sich für die hohe Hinspielpleite zu revanchieren und den Varelern die Meistersause zu verderben. So mussten Letztere nach dem frühen 0:3 (4.) über weite Strecken einem Rückstand hinterher rennen, ehe Kevin Langer die erste Führung der Gastgeber überhaupt markierte (15:14/29.). Doch auch nach Wiederbeginn erwischten die Bremer den besseren Start. Dann jedoch sorgte der erneut treffsichere Vareler Torjäger Oliver
Staszewski (9/3) mit drei Treffern in Folge von 22:21 (44.) auf 24:22 (47.) für die Wende. Zum nächsten Schlüsselspieler avancierte in der Schlussphase ausgerechnet Andre Seefeldt als bärenstarker Rückhalt der Hausherren. Der 40-jährige Sportliche Leiter hatte seine Handball Schuhe eigentlich längst an den Nagel gehängt, sprang in diesem wichtigen Spiel jedoch als Backup hinter Levin Stasch in die Bresche, weil sich der zweite etatmäßige SG-Torhüter Patryk Plaszczak unter der Woche verletzt hatte. Zehn Minuten vor Schluss wurde Seefeldt tatsächlich eingewechselt, weil sich die Gäste einfach nicht abschütteln ließen. Und der zweitliga-erfahrene Routinier brachte mit etlichen Paraden bei Würfen selbst aus kürzester Distanz die Bremer Schützen zur Verzweiflung und führte die SG VTB/Altjührden zugleich endgültig auf die Siegerstraße. Der Rest war frenetischer Jubel in Rot-Weiß–bis die Vareler in frisch gedruckte blaue T-Shirts mit der Aufschrift „Meister 2018“ schlüpften und kräftig weiter feierten.

TRAINER-STIMMEN ZUM HEIMSIEG UND TITELGEWINN

Ivo Warnecke (Spielertrainer SG VTB/Altjührden):

Wahnsinn! Wir wussten alle, dass es nach dem Neuaufbau eine ganz schwere Oberliga-Saison für uns werden würde. Und jetzt stehen wir am viertletzten Spieltag schon als Meister fest. Die Freude darüber ist riesig. Wir sind in das Heimspiel aber schlecht reingekommen, weil alle im Kopf hatten, was wir heute erreichen können. Zudem haben die Bremer einen super Ball gespielt. Zum Glück hat unsere 6:0-Abwehr in den entscheidenden Phasen wieder klasse gearbeitet –und dann hatten wir ja auch noch Andre Seefeldt, der viele tolle Paraden gezeigt hat.

Marten Franke (Spielertrainer SG Bremen/Hastedt):

Wir wollten alles versuchen,um nicht die Mannschaft zu sein, gegen die die SG  VTB/Altjührden Meister wird. Aber natürlich Glückwunsch an die Jungs zum Titel! Wir haben jedoch 50 Minuten ebenfalls ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Dann war es auch ein Kraftproblem, weil uns gleich drei verletzte Spieler gefehlt haben und der Kader dadurch doch recht ausgedünnt war.

Quelle NWZ: HENNINGBUSCH: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport