Die Altjührdener Spieler mussten sich im Bus für das Duell beim favorisierten Tabellenzweiten warmmachen. Trotz  der dritten Niederlage in Folge zeigten sie eine klare Leistungssteigerung.

 

Trotz einer abenteuerlichen Anreise haben die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden als krasser Außenseiter beim Tabellenzweiten HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg alles gegeben und eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den vorherigen beiden Spielen gezeigt. Am Ende zogen sie dennoch mit 24:29 (12:16) den Kürzeren. Damit hat sich für die Friesen die Situation im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal verschärft. Schließlich sind sie mit nunmehr 13:29 Punkten als Drittletzter auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.

Auf der Hinfahrt nach Schleswig-Holstein vor den Toren Hamburgs hatten die Vareler am Sonnabend eine echte Odyssee erlebt. Statt der üblichen knapp drei Stunden benötigte der SG-Tross wegen eines kilometerlangen Staus vor dem Elbtunnel letztlich sechs Stunden. Zwar waren die Friesen angesichts der erwarteten Verkehrsprobleme ohnehin deutlich früher als sonst losgefahren, dennoch sollte es pünktlich bis zum ursprünglichen Anpfiff nicht reichen. So wurden Gegner und Staffelleiter via Handy über die verspätete Ankunft informiert und der Anwurf daraufhin um eine halbe Stunde nach hinten verschoben.

Dennoch mussten sich die SG-Akteure im Bus umziehen und warmmachen. Gerade angekommen in der Sporthalle des Alstergymnasiums in Henstedt-Ulzburg, konnten sie gerade mal noch zwei Bahnen laufen – ehe die Unparteiischen schon zum Mittelkreis und Anpfiff baten. „Ohne Ballberührung und Einwerfen der Torhüter waren das natürlich alles andere als gute Voraussetzungen“, berichtet SG-Trainer Andrzej Staszewski.

Aufholjagd nach Pause

Dennoch ließen sich die Gäste vor der Pause vom haushohen Favoriten über Zwischenstände von 4:4 (7. Minute) und 9:11 (23.) nie richtig abschütteln. Nach dem Seitenwechsel, gerieten die Vareler zwar mit 13:19 (34.) und 15:21 (40.) deutlicher in Rückstand, bliesen dann aber zur Aufholjagd. Im Angriff angeführt von Oliver Staszewski, verkürzten die Friesen auf 21:22 (45.) und wenig später auf 23:25 (54.). Zu mehr sollte es allerdings nicht reichen.

Das lag unter anderem auch an der ungleichen Verteilung der Zeitstrafen durch die Schiedsrichter. Während die Vareler insgesamt 18 Minuten in Unterzahl agieren mussten und dabei Martins Libergs in der 50. Minute durch dessen dritte Zeitstrafe mit Rot komplett verloren, kamen die Hausherren nur auf zehn Strafminuten. „Da waren schon ein paar unverständliche und merkwürdige Entscheidungen gegen uns dabei“, bedauerte Coach Staszewski: „So ist die Niederlage am Ende ein bisschen zu hoch ausgefallen – allerdings gegen einen Gegner, der nicht ohne Grund Tabellenzweiter ist, und gegen den es für uns in Sachen Qualität und Quantität im Kader einfach nicht reicht.“

Wichtig sei es jedoch, für den weiteren Verlauf des Abstiegskampfes das Positive aus dieser Partie mitzunehmen. „Das war eine richtige Steigerung meiner Mannschaft“, betonte Staszewski: „Wir sind wieder auf einem guten Weg, zumal die Effektivität im Abschluss klar verbessert wurde.“ Jetzt gelte es, das gewonnene Selbstvertrauen in die nächsten richtungweisenden Partien mitzunehmen.

Denn in der Tat folgen nun zwei echte Endspiele um den Klassenerhalt gegen direkte Mitkonkurrenten im Kampf um den 13. Tabellenplatz, der am Saisonende noch den sicheren Ligaverbleib bedeuten würde. Immerhin gingen am Wochenende auch der Tabellen-13. MTV Braunschweig (17:24 gegen Schwerin) und der Tabellen-11. DHK Flenborg (32:35 gegen Potsdam) leer aus und konnten gegenüber den Varelern, die zudem noch ein Spiel weniger ausgetragen haben, keinen Boden gutmachen.

Direkter Vergleich

Die nachfolgenden Partien der SG VTB/Altjührden gegen Braunschweig am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) zu Hause und eine Woche drauf bei DHK Flensborg müssen von den SG-Spielern aber nach Möglichkeit nicht einfach „nur“ gewonnen werden. Es geht zudem darum, den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, der am Saisonende bei Punktgleichheit zum Tragen kommen würde.

Gegen den Tabellen-12. SC Magdeburg II haben die Vareler diesen Vergleich aufgrund von Niederlagen in Hin- und Rückspiel bereits verloren. Gegen Braunschweig wäre ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied Gold wert (Hinspiel: 28:30), gegen Flensborg hatten die Vareler zu Hause gar mit 30:35 den Kürzeren gezogen. Hier wäre daher sogar ein Sieg mit sechs Toren Unterschied vonnöten, um im Vergleich die Nase vorn zu haben.

„Wir werden alles versuchen“, betont Staszewski, der deshalb bereits am Sonntagvormittag mit dem eingehenden Videostudium des nächsten Gegners begonnen hat. Wohl wissend, dass es nach drei Niederlagen in Folge nun gilt, alle Kräfte zu bündeln, gegen Braunschweig zur alten Heimstärke zurückzufinden und auf die lautstarke Unterstützung all derer von den Rängen zu bauen, die auch in Zukunft Leistungshandball in Altjührden zu sehen bekommen wollen.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport