Enttäuscht und erneut mit leeren Händen sind die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden von ihrer Auswärtsfahrt nach Hause zurückgekehrt. Beim bis dahin noch punktlosen Aufsteiger SV Beckdorf unterlagen die Friesen am Sonnabend 28:30 (14:16) – vor allem weil die Trefferquote in fremder Halle einmal mehr stark zu wünschen übrig gelassen hatte.

„Dieses Spiel wird mich noch lange verfolgen“, machte Andrzej Staszewski keinen Hehl aus seiner Verbitterung. „Wir haben den gegnerischen Torhüter zum Weltmeister geworfen und reihenweise Hundertprozentige ausgelassen“, erläuterte der SG-Trainer mit Blick auf mehr als 20 Fehlwürfe seiner Mannen. So feierten die 304 Zuschauer in der Sporthalle Auf dem Delm beim ersten Saisonsieg des SVG-Teams nach dem Aufstieg aus der Oberliga insbesondere ihren Torhüter Florian Knust, der die Vareler bei Würfen von Außen, vom Kreis oder vom Siebenmeterstrich (vier gehaltene Strafwürfe) immer wieder zur Verzweiflung gebracht hatte.

„Wir hätten uns in der Anfangsphase angesichts bester Torchancen locker auf drei, vier Tore absetzen und Ruhe ins Spiel bringen können – doch es kam ganz anders“, ärgerte sich Staszewski über die schwache Trefferausbeute gleich zu Beginn der Partie. So zogen die Beckdorfer, bei denen Linksaußen Tobias Hesslein (10/2) und Rückraumspieler Vito Clemens (8) am häufigsten trafen, schnell auf 9:3 (16. Minute) davon. Zumal auch die SG-Abwehr sowie dahinter das Torhütergespann Björn Bröckerhoff und Levin Stasch nicht ihren besten Tag erwischten.

Dennoch gelang es den Gästen, sich zur Pause über Zwischenstände von 10:4 (17.), 12:9 (22.) und 16:12 (26.) wieder auf zwei Treffer heranzukämpfen. „In der Halbzeitansprache habe ich von den Jungs gefordert, die Hektik in den Aktionen auszuschalten sowie in Angriff und Abwehr präsenter zu sein und die jeweiligen Nebenleute besser zu unterstützen“, erklärte Staszewski. Doch fanden seine eindringlichen Worte zunächst wenig Gehör.

Wieder erwischten die Beckdorfer den besseren Start, bestraften Fehlwürfe oder Ballverluste der Vareler eiskalt mit einfachen Toren über die erste Welle – allen voran durch den flinken Hesslein. „Unser Umschaltspiel und die Laufbereitschaft nach hinten haben mir nicht gefallen“, bedauerte Staszweski.

Über 20:14 (35.) und 22:17 (40.) führte Beckdorf in der 42. Minute noch mit fünf Toren (24:19/42.). Dann erwachte noch einmal der Kampfgeist der Gäste, die auch dank der Treffer von Oliver Staszewski (9/1) beim 22:24 (47.) erstmals wieder in Schlagdistanz waren. Zudem steigerte sich in der hektischen Schlussphase SG-Torhüter Bröckerhoff und hatte mit einigen Paraden Anteil daran, dass die Vareler mehrmals auf ein Tor verkürzen konnten: 24:25 (48.), 26:27 (54.), 27:28 (58.) und 28:29 (59.). Zum Ausgleich sollte es aber nicht mehr reichen, weil weiterhin selbst aus besten Positionen im Angriff Fahrkarten geworfen wurden.

„Wir haben in Beckdorf ganz klar zwei Punkte liegen lassen“, ärgerte sich Andrzej Staszewski: „Der Gegner war nicht besser, hat unsere Fehler aber clever bestraft.“ Einige seiner Spieler hätten den Gegner wohl nicht richtig ernstgenommen: „Jetzt müssen sich alle Mann an die eigene Nase fassen und ihre Lehren daraus ziehen. Im nächsten Heimspiel gegen Werder gibt es keine Ausreden mehr.“

Quelle: Henning Busch – www.nwzonline.de/friesland/lokalsport