Der Ritt auf der Rasierklinge im Abstiegskampf der Dritten Liga Nord geht für die Handballer der SG VTB/Altjührden in die alles entscheidende Phase. Drei absolute Endspiele hat die Mannschaft um Kapitän Helge Janßen noch vor der Brust.

Mindestens zwei, noch besser alle drei müssen die Friesen im Fernduell mit dem SC Magdeburg II gewinnen, um sich den mühsamen und riskanten Umweg über die Relegation zu ersparen und aus eigener Kraft den 13. Tabellenplatz zu verteidigen, der am Ende der regulären Saison den direkten Klassenerhalt bedeuten würde.

Denn nur einen Zähler hinter den Varelern (17:37 Punkte) will die Magdeburger Bundesliga-Reserve (16:38) im Saisonfinale mit aller Macht noch den ersten direkten Abstiegsplatz verlassen. Und den direkten Vergleich, der am Saisonende bei Punktgleichheit zum Tragen kommen würde, haben die SCM-Youngsters gegen die SG VTB/Altjührden gewonnen.

Umso mehr ist für die Vareler ein Sieg am Samstagabend gegen die SG Flensburg/Handewitt II alternativlos. Anwurf in der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden ist um 19.30 Uhr.

„Natürlich herrscht bei uns eine angespannte Stimmung – aber mit großem Willen und kleinem Kader werden wir noch mal alle Kräfte mobilisieren“, gibt sich SG-Coach Andrzej Staszewski vor dem ersten von drei Schicksalspielen kämpferisch. Dabei musste er unter der Woche, wie schon so oft in dieser Saison, eine neuerliche Hiobsbotschaft verkraften. So fällt Linksaußen Max Wiedenmann, der an guten Tagen immer für fünf bis sechs Treffer gut ist, im Duell gegen die Gäste von der Förde aus. Wegen einer Grippe hat er von den Ärzten ein Sportverbot bekommen, das auch für das komplette Wochenende gilt.

„Das ist ein neuerlicher Tiefschlag für unseren ohnehin schon viel zu kleinen Kader“, weiß Staszewski. Zumal neben Routinier Martins Libergs (Schichtdienst) auch Torwart Björn Bröckerhoff unter der Woche im Training nicht zur Verfügung stand. Er arbeitet in Hamburg zurzeit am Abschluss seiner Bachelor-Arbeit und stößt erst am Samstag vor dem Spiel wieder zur Mannschaft.

Diese muss sich in der Manfred-Schmidt-Sporthalle auf einen äußerst unbequemen und mit vielen starken Nachwuchstalenten bestückten Gegner einstellen, der zuletzt mit 27:24 gegen die Mecklenburger Stiere gewann – gegen eben jenes Team, das den Varelern im Nachholspiel am Gründonnerstag ganz klar mit 32:17 die Grenzen aufzeigte (die NWZ berichtete). Bei der bislang höchsten Saisonniederlage enttäuschten die Friesen, mit Ausnahme von Oliver Staszewski, vor allem im Angriff. „Die Trefferquote bei den anderen war unterirdisch – das muss jetzt dringend wieder besser werden“, fordert Staszewski senior.

Dabei bekommen es die Vareler im Angriff diesmal mit einer äußerst offensiven Deckung zu tun, die zwischen 5:1, 3:2:1 und 3:3 hin- und herwechselt. Weiteres Charakteristikum des Flensburger Junior-Teams um Trainer Till Wiechers und Spielmacher Per-Oke Kohnagel: Im Angriff setzen die Schleswig-Holsteiner fast durchgehend auf einen siebten Feldspieler (für den dann ausgewechselten Torwart) und agieren mit drei Kreisläufern. Diesen Angriffswirbel wollen die Vareler mit einer kompakten 6:0-Abwehr möglichst eindämmen und, anders als im Hinspiel (26:26), diesmal am Ende mit Unterstützung der heimischen Fans als Sieger vom Platz gehen.

Relegation:

Eigentlich steigen die drei Letztplatzierten der vier Drittliga-Staffeln Nord, Süd, West und Ost in die Oberliga ab, so dass es insgesamt zwölf Absteiger gibt. Dennoch wird am Ende der regulären Saison vorsorglich eine Abstiegsrelegation ausgetragen, in der die vier Tabellen-14. aufeinandertreffen – im Norden belegt der SC Magdeburg II (16:38 Punkte) zurzeit diesen Platz. Die SG VTB/Altjührden (13./17:37) hat dabei den direkten Vergleich gegen die Magdeburger verloren und würde bei Punktgleichheit am Saisonende noch von den SCM-Youngsters überholt werden.

Die Abstiegsrelegation wurde auf 13./14. Mai terminiert. Falls ein Oberligist nicht aufsteigen will oder sich ein sportlich qualifizierter Drittligist zurückzieht, verbleibt der Gewinner dieser Relegation in der Dritten Liga.

Restprogramm SG VTB/Altjührden: SG Flensburg/Handewitt II (Heimspiel), VfL Fredenbeck (H), HSV Hamburg (Auswärtsspiel). SC Magdeburg II: Grün Weiß Werder (H), MTV Braunschweig (A), DHK Flensborg (H).

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport