Im Fernduell gegen Magdeburg entscheidet sich, wer den direkten Klassenerhalt am letzten Spieltag perfekt macht. Der Verlierer muss in die Abstiegsrelegation.

Vor der letzten Ausfahrt zum direkten Klassenerhalt stehen an diesem Samstagabend die Handballer der SG VTB/Altjührden in der Nord-Staffel der Dritten Liga. Um diese buchstäblich im letzten Moment nehmen und die Schussfahrt Richtung Oberliga doch noch stoppen zu können, benötigen die Vareler ein Wunder an der Elbe und zeitgleiche Schützenhilfe vom DHK Flensborg.

Die Situation ist verfahren: Die Mannschaft von SG-Trainer Andrzej Staszewski muss an diesem Samstag (19 Uhr, Alsterdorfer Sporthalle) im letzten Spiel der regulären Saison beim großen Favoriten HSV Hamburg zwingend punkten, um den 14. Tabellenplatz überhaupt noch wieder verlassen zu können. Zugleich müssen die Friesen im Fernduell um den direkten Ligaverbleib mit dem SC Magdeburg II auf einen Patzer der Bundesliga-Reserve aus Sachsen-Anhalt bei deren Heimspiel gegen Flensborg hoffen (siehe Infobox).

„Es sind noch 60 Minuten zu spielen, und die Jungs werden alles versuchen, um diese sauschwere Aufgabe zu lösen“, erklärt Staszewski vor dem Duell mit dem Tabellendritten. Diesen hatten die Vareler im Hinspiel Mitte Dezember völlig überraschend mit 34:33 bezwungen – der Anfang vom Ende im Aufstiegskampf für die Hamburger. Ob sich ein solcher Coup im Rückspiel wiederholen lässt, scheint jedoch fraglich. Der HSV ist seit sage und schreibe 50 Heimspielen in Folge zu Hause ohne Niederlage und hat seitdem Torsten Janßen, Weltmeister von 2007, Ende März das Traineramt von Jens Häußler übernommen hat und auf noch mehr A-Jugendliche setzt, alle Spiele gewonnen.

„Sie werden uns in ihrem letzten Heimspiel bestimmt nicht auf die leichte Schulter nehmen“, mutmaßt Staszewski, zumal sich die Hamburger mit Sicherheit für die Hinspielpleite revanchieren und sich bei der Verabschiedung von gleich neun Spielern vor großer Kulisse noch einmal von ihrer besten Seite präsentieren wollen.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Mannschaft noch mal alles gegen den HSV reinhauen wird – auch wenn sie nach dem 30:30 im Heimspiel gegen Fredenbeck sehr geknickt und selbstkritisch war“, betont Staszewski, der allerdings um den Einsatz von Torhüter Björn Bröckerhoff (Bruch im Fuß diagnostiziert) bangt: „Jeder ist nach dieser kräftezehrenden Saison mit diesem kleinen Kader angeschlagen und müde. Aber alle werden in Hamburg noch mal auf die Zähne beißen!“

Sollte das Wunder indes ausbleiben, bekommen die Vareler in der Abstiegsrelegation gegen die Tabellen-14. der anderen drei Drittliga-Staffeln eine zweite Chance auf den Klassenerhalt. Denn mindestens ein Platz in der Dritten Liga bleibt frei. Grund: In der Oberliga Ostsee-Spree verzichtet neben Spitzenreiter LHC Cottbus auch der mögliche Nachrücker Stralsunder HV aus wirtschaftlichen Gründen auf den Aufstieg.

Seitens des DHB wurde das Relegationsturnier auf 13./14. Mai terminiert und wird beim West-Vertreter ausgetragen. Los ginge es am 13. Mai mit der Partie des Ost-Vertreters (aktuell SG LVB Leipzig) gegen das Süd-Team (SG Pforzheim/Eutingen). Im Anschluss misst sich das gastgebende West-Team (TuS Volmetal) mit dem Vertreter aus dem Norden (SG VTB/Altjührden). Tags darauf ermitteln die beiden Gewinner den Relegationssieger. Zudem wird der dritte Platz zwischen den beiden Verlierern des ersten Tages auch noch ausgespielt – für den Fall eines eventuellen Nachrückers.

Rechenspiele

Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale ist klar: Gewinnt der SC Magdeburg II zu Hause gegen Flensborg, ist für die Vareler selbst bei einem zeitgleichen eigenen Sieg in Hamburg der Weg in die Abstiegsrelegation gegen die Tabellen-14. der anderen drei Drittliga-Staffeln (13./14. Mai) unausweichlich. Grund: Die SG-Handballer haben den direkten Vergleich gegen die SCM-Reserve verloren, der am Saisonende bei Punktgleichheit zum Tragen kommt.

Spielen die SCM-Youngsters nur remis gegen Flensborg, müssten die Vareler gegen den seit 50 Heimspielen unbesiegten HSV gewinnen, um den direkten Klassenerhalt doch noch perfekt zu machen und eine Verlängerung der Saison mit ungewissem Ausgang zu verhindern. Unterliegt Magdeburg II im letzten Heimspiel überraschend gegen die Flensborger, würde den Friesen ein Remis reichen.

Quelle NWZ: Henning Busch: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport