Es gibt ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Varelern. Das Spitzenspiel wird am Samstag um 18 Uhr im Ammerland angepfiffen.

Neben der Mutter aller Handball-Derbys im Nordwesten zwischen der SG VTB/ Altjührden und dem Erzrivalen Wilhelmshavener HV hatten es in den vergangenen Jahren besonders die kaum minder publikumsträchtigen Prestigeduelle zu Zweit- und Drittliga-Zeiten zwischen den Varelern und dem VfL Edewecht in sich. An diesem Sonnabend kommt es nun erstmals seit langem wieder zu einem Kräftevergleich im Punktspielbetrieb, wenn die drittplatzierten Ammerländer den Gästen aus Friesland vor heimischer Kulisse möglichst die erste Saisonniederlage in der Oberliga Nordsee zufügen wollen. Der Anwurf in der Heinz-zu-Jührden-Halle am Breeweg in Edewecht erfolgt um 18 Uhr. Zusätzliche Brisanz zieht dieses Aufeinandertreffen aus der Tatsache, dass gut zwei Drittel der Edewechter Spieler und Verantwortlichen eine Vorgeschichte bei den Altjührdenern aufweisen. So trugen unter anderen Renke Bitter, Thore Linda, Lasse Maaß, Kai Schildknecht, Lukas Brötje, Sven Ahlers, Thio Remmers
und Martin Harm Steusloff schon einmal ein Trikot der SG bzw. des Vorgängervereins HSG Varel-Friesland. Auch VfL-Trainer Tobias Weihrauch, der seine Sportschuhe selbst vor dieser Saison an den Nagel gehängt und die Nachfolge des zu den Bundesliga Handballerinnen des VfL Oldenburg gewechselten Niels Bötel angetreten hat, sowie der Sportliche Leiter Christoph Deters waren viele Jahre für die Friesen aktiv. „Das wird für einige Spieler auf beiden Seiten ein ganz besonderes Spiel“, weiß SG-CoTrainer Ralf Koring und freut sich auf ein„äußerst reizvolles
Derby vor hoffentlich schöner, großer Kulisse“. Während die Vareler nach sieben Siegen aus sieben Saisonspielen als einzige Mannschaft dieser Staffel noch mit der maximalen Punktausbeute dastehen, haben die Ammerländer bereits zwei Niederlagen kassiert. Sie holten sich am vergangenen Wochenende aber weiteres Selbstvertrauen durch einen starken Auftritt beim Drittliga-Absteiger SV Beckdorf (25:21). „Der Sieg hat richtig gut getan“,betonte Sportleiter Deters nach der Partie. Auch deshalb spricht Ivo Warnecke vor dem Derby von einem echten Gradmesser für seine Mannschaft. Diese bangt zudem erneut um die Einsätze des zuletzt beim Arbeitssieg gegen Habenhausen II (34:28) schmerzlich vermissten Kapitäns und Abwehrchefs Helge Janßen (Adduktorenprobleme) sowie des bereits seit drei Spielen zwangs pausierenden Kevin Langer (Beinverletzung). „Das wird ein sehr schweres Auswärtsspiel gegen eine Mannschaft mit offensiver , aggressiver Deckung“, erläutert der SG-Spielertrainer: „Edewecht ist außerdem sehr heimstark und hat aktuell einen Lauf.“ Daher schätzt Co-Trainer Koring die Chancen auf die Fortsetzung der Vareler Siegesserie auf 50:50 ein:„DieTagesform wird gegen eine kompakte, hinten gutzupackende und gestandene OberligaTruppe entscheiden.“

Quelle NWZ: HENNING BUSCH: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport