Während die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Wochenende spielfrei hatten und vor dem Derby am kommenden Samstagabend gegen den OHV Aurich noch mal kräftig durchatmen konnten, herrscht bei den SG-Verantwortlichen reges Treiben. Zum einen laufen am Saisonende einige Spielerverträge aus, so dass Gespräche mit aktuellen SG-Akteuren, aber auch potenziellen Zugängen geführt werden müssen. Zum anderen wird – wie berichtet – nach einem neuen Manager gesucht, der möglichst schon im Laufe der Rückrunde seine Arbeit aufnehmen soll.

Was die aktuelle Mannschaft betrifft, ist Tom Wiedenmann aus dem ursprünglichen 13-Mann-Kader der SG wegen gesundheitlicher Probleme bereits ausgeschieden. Mit einer Rückkehr zur neuen Spielzeit ist nicht zu rechnen.

Verträge über mindestens ein weiteres Jahr besitzen noch Torhüter Levin Stasch sowie die Feldspieler Jan Derk Janßen, Kevin Langer und Fabian Hartwich. Als sicher gilt, dass Routinier Martins Libergs um ein weiteres Jahr bei der SG verlängert.

Die Führungsspieler Oliver Staszewski, Marek Mikeci und Helge Janßen besitzen ebenfalls noch einen gültigen Vertrag für die kommende Saison 2017/2018 – allerdings mit der Option, bei einem lukrativen Angebot eines höherklassigen Vereins die SG VTB/Altjührden verlassen zu dürfen.

„Wir sind mit den Gesprächen angefangen“, erklärt Lothar Brecht, Teamverantwortlicher der SG, auf Nachfrage. Noch nicht geklärt ist bislang die weitere Zukunft folgender Spieler in Altjührden: Der Ein-Jahres-Vertrag von Torhüter Björn Bröckerhoff läuft am Ende dieser Saison ebenso aus wie der von Linksaußen Max Wiedenmann sowie die Kontrakte der beiden Youngster Kevin Straten und Etrit Xhafolli. Bei Letzterem dürften die Zeichen auf Abschied stehen. Der kosovarische Junioren-Nationalspieler ist bislang – auch wegen Fehlzeiten durch Nationalmannschaftslehrgänge, Erkrankungen und Verletzungen – nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen.

Während diverse Drittliga-Clubs in Sachen Personal schon deutlich mehr Nägel mit Köpfen gemacht haben, hinken die Vareler der Konkurrenz auch in dieser Spielzeit wieder etwas hinterher.

„Grund ist zum einen die ungewisse Klassenzugehörigkeit am Saisonende“, verweist Hans Hieronymus, SG-Betreuer und Handball-Abteilungsleiter des VTB, auf den Abstiegskampf, der noch in vollem Gange ist. Zum anderen sind den Verantwortlichen aufgrund der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten deutliche Grenzen gesteckt.

Während sich der Etat der SG dem Vernehmen nach im sehr niedrigen sechsstelligen Bereich bewegt, dürften einige Ligarivalen über ein Gesamtbudget verfügen, das drei- bis viermal so hoch liegt.

„Es ist angesichts der finanziellen Situation nicht einfach, neue Spieler zu finden, die uns weiterhelfen“, erklärt Brecht. Auch deshalb dürfte sich in Sachen potenzielle Zugänge die Suche vor allem auf spielstarke Akteure aus der Oberliga konzentrieren. Teure ausländische Spieler sind von der SG nicht zu stemmen, selbst nicht in Verbindung mit einem Arbeitsplatz.

Klar ist allerdings auch, dass eine weitere Saison mit einem personell derart limitierten Kader angesichts des hohen Verletzungsrisikos in dieser kampfbetonten Sportart von den Vareler Akteuren kaum durchzuhalten ist. „Ein Kader von mindestens 14 Spielern wäre wünschenswert, auch weil wir keine zweite Mannschaft haben, aus der jemand bei Bedarf aushelfen könnte“, betont SG-Coach Andrzej Staszewski.

Abzuwarten bleibt, wie viel Lust der 53-Jährige verspürt, vorausgesetzt der Klassenerhalt gelingt erneut, eine weitere Zittersaison unter derart schwierigen Wettbewerbsbedingungen durchstehen zu müssen. Zumal er und seine Spieler angesichts des Mini-Kaders bereits seit Jahren unter Dauerstress gegen den Abstieg kämpfen.

„Es hat erste Gespräche mit den Verantwortlichen über meinen Verbleib gegeben, entschieden ist aber noch nichts“, sagt Staszewski und fügt hinzu: „Ich bin weiter hungrig, als Trainer zu arbeiten.“ Das Wichtigste sei es für ihn aktuell, „Varel in dieser Liga zu halten“.

Vor allem um dringend benötigte bessere finanzielle Rahmenbedingungen soll sich mit Blick auf die kommende Saison sobald wie möglich ein neuer Manager für Marketing und Sponsor­ship kümmern, den die SG seit Dezember offiziell sucht. Dem Vernehmen nach gibt es drei, vier Bewerber. „Es gab ein vielversprechendes Vorgespräch“, verrät Hieronymus. Jedoch dürfte auch hier letztendlich die Finanzierung das größte Problem darstellen.

Fakt ist: Während die Handballer in der Nord-Staffel noch jede Menge Schwerstarbeit bis zum erhofften Klassenverbleib zu verrichten haben, gilt dies für die SG-Verantwortlichen abseits des Spielfeldes. Sie müssen noch diverse Baustellen schließen, um auch über die aktuelle Saison hinaus, Leistungshandball in Altjührden gewährleisten zu können. Stand Mitte Februar: Ausgang völlig offen.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport