Mit der erwarteten Niederlage im Gepäck sind die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Samstagabend von der Förde an den Jadebusen zurückgekehrt. In einer munteren Partie in der Edgar-Meschkat-Halle, in der die 430 Zuschauer insgesamt immerhin 74 Treffer zu sehen bekamen, zogen die abstiegsgefährdeten Vareler trotz großer Gegenwehr mit 33:41 (14:21) beim unangefochtenen Spitzenreiter TSV Altenholz den Kürzeren.

Bitter für die Gäste, die dem haushohen Favoriten nach der Pause vom Torverhältnis her (19:20) ein Duell auf Augenhöhe geliefert hatten, aber wegen einer Schwächephase ab Mitte der ersten Hälfte auswärts am Ende erneut mit leeren Händen da standen: Abstiegsrivale MTV Braunschweig setzte sich zeitgleich mit 34:27 bei Schlusslicht SV Beckdorf durch und baute damit seinen Vorsprung vor den Friesen, die noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben, auf vier Pluspunkte aus. Immerhin unterlag der SC Magdeburg II am Sonntag mit 31:34 beim OHV Aurich und bleibt damit vorerst auf dem drittletzten Tabellenplatz, der nach dem Ende der regulären Saison zur Teilnahme an der vorsorglich ausgespielten Abstiegsrelegation berechtigt.

„Die Jungs haben sehr diszipliniert begonnen, die Angriffe ruhig ausgespielt und nach Ballverlusten oder Fehlwürfen schnell Richtung eigene Abwehr umgeschaltet – das A und O gegen derart starke Tempo-Handballer wie es die Altenholzer sind“, analysierte SG-Coach Andrzej Staszewski: „Bis zum Spielstand von 13:12 hat alles wunderbar geklappt“, sagte er am Sonntag nach der Rückkehr mit Blick auf den ausnahmsweise wie in alten Zeiten per Hand ausgefüllten Spielberichtsbogen. Weil die Technik in Altenholz am Samstagabend nämlich versagt hatte, konnte kein elektronischer Spielbericht erfolgen – weshalb auch keine Minutenangaben vorliegen und die SG-Fans, die in der Heimat eigentlich vor dem Liveticker mitfiebern wollten, in die Röhre guckten.

Zurück zur torreichen Partie: Schlecht sah es auch für die SG-Spieler in der spielentscheidenden Schwächeperiode vor dem Seitenwechsel aus. Denn mit einem 8:2-Lauf zogen die Altenholzer vorentscheidend auf 21:14 davon. „Wir haben in dieser Phase einige Male zu früh geworfen, freie Würfe von Außen ausgelassen und zum Teil in Unterzahl Tempogegenstöße kassiert“, bedauerte Staszewski.

Nach dem Seitenwechsel rannten die Vareler diesem Rückstand über Zwischenstände von 24:15, 25:19, 29:22, 33:27 und 38:29 immer hinterher – auch weil die Hausherren vor allem in Mathis Wegner (9/1) und Sebastian Firnhaber (6), der regelmäßig unter Bundesliga-Coach Alfred Gislason trainiert und beim THW Kiel im Sommer einen Zwei-Jahres-Vertrag erhält, zwei sichere Vollstrecker hatten. Daran konnte auch der bestens aufgelegte SG-Schlussmann Björn Bröckerhoff (15 Paraden/1 Siebenmeter) nichts ändern.

„Keine Frage, die Jungs haben toll gekämpft“ lobte Staszewski. „Leider waren aber vor allem die Qualitäts-Unterschiede im Angriff nicht zu übersehen“, fügte der SG-Trainer hinzu. Er dürfte dabei diesmal vor allem die magere Trefferquote seiner Rückraum-Spieler im Blick gehabt haben. So erwischten Oliver Staszewki (3) und Marek Mikeci (4) im Abschluss einen schwachen Tag. Letzterer wurde Mitte der zweiten Hälfte sogar vom Feld genommen.

Pluspunkte sammeln konnten indes Kevin Langer (2) im rechten Rückraum, Kapitän und Abwehrchef Helge Janßen (4), Rechtsaußen Jochen Toepler (3) sowie Kevin Straten, der in der Deckung gut zupackte, bis er bei einer Abwehraktion unglücklich einen Schlag auf den Kehlkopf bekam und nicht mehr weiterspielen konnte (45.). Bester Feldtorschütze war Jan Derk Janßen (5) – obwohl er sich wie andere auch diverse Fehlwürfe geleistet hatte.

„Wir werden die positiven Dinge mitnehmen in das nun folgende Spiel gegen Bernburg“, sagte Staszewski abschließend – wohlwissend, dass ein Heimsieg im Abstiegskampf Pflicht ist.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport