Dass die seit diversen Spielzeiten in fremden Hallen schwächelnden Drittliga Handballer der SG VTB/Altjührden auch auswärts zu Glanzleistungen fähig sind, haben sie vor zwei Wochen eindrucksvoll beim 28:24 Derbycoupi n Aurich bewiesen. Nun wollen sie an diesem Sonnabend beim noch sieglosen Tabellenvorletzten MTV Braunschweig nachlegen, um das Punktekonto (6:8) nach der 26:34-Niederlage gegen Spitzenreiter HSG Nord HU möglichst sofort wieder auszugleichen. Der Anwurf in der Sporthalle Alte Waage erfolgt um 19.30 Uhr.

„Das wird alles andere als einfach“, will sich SG-Trainer Andrzej Staszewski von der aktuellen Tabellenposition der Gastgeber nicht blenden lassen. In der Tat wird der Aufsteiger aus Braunschweig (1:13 Punkte) am Sonnabend alles daran setzen, vor heimischer Kulisse nach sechs Niederlagen in Folge den Bock endlich umzustoßen.

Zudem reagierten die Verantwortlichen der „Löwen“ auf den Fehlstart und verpflichteten in Mario Galijot einen 28-jährigen Kroaten von RK Buzet. Der wurfstarke Rückraumspieler war in der Saison 2014/2015 mit 2 32 Treffern bester Torschütze in seiner Heimat. Ob der Vertragsamateur, der seit knapp einer Woche in Braunschweig weilt, bereits in der Partie gegen die Vareler spielberechtigt ist, bleibt abzuwarten.

„Das Team kann auch ohne ihn mehr, als es die Tabelle glauben macht“, weiß Staszewski nach dem Videostudium des Gegners. Vor allem die Kreise der Rückraumspieler Johannes Krause (ehemals  Zweitligist Wilhelmshavener HV) und Carl-Philipp Seekamp (zuvor Großburgwedel) gelte es einzugrenzen.

Zudem haben die Braunschweiger in Volker Mudrow einen echten Trainerfuchs an der Seitenlinie, der in der Abwehr auf (während des Spiels mehrfach) wechselnde Abwehrsysteme setzt und im Angriff auf Tempohandball. Mit letzterem hat der ehemalige Bundesliga-Coach den TBV Lemgo 2003 zur deutschen Meisterschaft sowie  2006 und  2010 zum Gewinn des EHF Pokals geführt.

Im Dezember 2013 war der 47-Jährige zu seinem Heimatverein MTV Braunschweig zurückgekehrt und schaffte mit diesem binnen drei Jahren den Sprung aus der Verbandsliga in die Dritte Liga. Dort soll nun mit aller Macht die Klasse gehalten werden.

Das gilt auch für die Vareler und deren Minikader. Allerdings ist auf SG-Seite mangels finanzieller Mittel die Nachverpflichtung eines Spielers, welcher der Mannschaft sofort weiterhelfen würde, derzeit undenkbar. „Wir müssen weiter hart  arbeiten, um mit unseren geringen Möglichkeiten am Ende die Klasse zu halten“, hatte Staszewski zuletzt nach dem Heimspiel gegen die HSG Nord HU gesagt.

Und das Personal bleibt knapp: Zwar ist Martins Libergs am Donnerstag von der zweieinhalb wöchigen Wehrübung in seiner lettischen Heimat zurückgekehrt. Doch fehlt nun Youngster Etrit Xhafolli für drei Wochen. Der 18 Jährige bereitet sich mit der Nationalmannschaft des Kosovo auf die EM-Qualifikation vor. Zudem sind Oliver Staszewski (Schulter), Fabian Hartwich (Oberschenkel) und Helge Janßen (Achillessehne) angeschlagen. „Wir werden trotzdem alles geben“, verspricht Andrzej Staszewski.

Quelle: Henning Busch – www..nwzonline.de/friesland/lokalsport