Damit aus der Endspiel-Stimmung im Abstiegskampf an diesem Samstagabend in der altehrwürdigen Manfred-Schmidt-Sporthalle keine Endzeit-Stimmung wird, werden die Handballer der SG VTB/Altjührden kämpferisch wieder alles in die Waagschale werfen müssen. Schließlich muss im letzten Heimspiel der Saison und Fernduell mit dem SC Magdeburg II um den 13. Tabellenplatz zwingend ein Sieg gegen den VfL Fredenbeck her. Nur dann wäre man nicht auf einen Ausrutscher der SCM-Youngsters angewiesen (siehe Infobox). Der Anwurf des Schicksalspiels gegen den Vizemeister der vergangenen Saison erfolgt um 19.30 Uhr.

„Wir sind voll motiviert und kämpfen bis zum Ende, auch wenn der Ausgang im Abstiegskampf letztlich wohl nicht nur von uns abhängig ist“, sagt SG-Trainer Andrzej Staszewski mit Blick auf das zeitgleich ausgetragene Auswärtsspiel der Magdeburger beim MTV Braunschweig. Letzterer hat den Klassenerhalt in der Vorwoche mit dem 24:22-Coup gegen den Tabellenzweiten HSG Nord HU vorzeitig gesichert und kann damit – ganz anders als die Vareler – völlig entspannt ins letzte Heimspiel gehen.

Dass die Altjührdener mit extremem Druck umgehen können, haben sie am vergangenen Samstag gezeigt, als sie sich – auch dank der famosen Unterstützung ihrer Fans – beim Ritt auf der Rasierklinge hauchdünn mit 24:23 gegen die SG Flensburg-Handewitt II durchsetzen konnten. „Ich hoffe, die Jungs bleiben weiter voll fokussiert, werden nicht nervös und machen da weiter, wo sie in der zweiten Halbzeit gegen Flensburg aufgehört haben“, erklärt Staszewski, der aller Wahrscheinlichkeit nach wieder auf Max Wiedenmann zurückgreifen kann. Der Linksaußen ist unter der Woche nach überstandener Grippe wieder ins Lauftraining eingestiegen.

Frei aufspielen können indes die Gäste aus Fredenbeck, die nach einer völlig verkorksten Saison und zuvor sechs Niederlagen in Folge erst am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt durch den erlösenden 30:26-Heimsieg gegen Bernburg in trockene Tücher gewickelt haben. Auch wenn es für das Team aus dem Landkreis Stade daher nun um nichts mehr geht, rechnet Staszewski mit absoluter Schwerstarbeit.

„Das ist eine ganz gefährliche Truppe, die vor allem im Rückraum sehr stark besetzt ist“, sagt der SG-Coach und nennt wurfgewaltige Akteure wie Lars Kratzenberg oder Maciek Tluczynski sowie Spielmacher David Oppong und Linksaußen Jürgen Steinscherer. Letzterer hatte Fredenbeck im lange umkämpften Hinspiel gegen eine Vareler Rumpftruppe mit drei erfolgreichen Tempogegenstößen in Folge in der Schlussphase beim 29:23 (9:12) auf die Siegerstraße gebracht.

Nun wollen und müssen die Vareler den Spieß umdrehen. „Das Wichtigste ist, dass unsere Abwehr steht“, betont Staszewski, der dabei insbesondere Martins Libergs und Helge Janßen im Innenblock als Schlüsselspieler ansieht. Zudem erwartet der SG-Trainer abseits des Feldes ein lautstarkes Duell der zahlreichen Anhänger beider Lager, dessen Ausgang sich auch auf die Spielfläche auswirken dürfte. Umso mehr hoffen die Hausherren, dass möglichst viele SG-Fans, die weiterhin Leistungshandball in Altjührden geboten bekommen wollen, den Weg zu diesem Abstiegskrimi finden.

Rechenspiele

Nur im Falle eines Sieges der SG VTB/Altjührden im letzten Heimspiel der Saison gegen den bereits geretteten VfL Fredenbeck und einer gleichzeitigen Niederlage des SC Magdeburg II beim bereits geretteten MTV Braunschweig wäre den Varelern der Klassenerhalt sicher. Ansonsten geht das Zittern bis zum letzten Spieltag am Sonnabend, 6. Mai, weiter.

Denn selbst ein Sieg gegen Fredenbeck würde den Friesen (aktuell 19:37 Punkte) nicht reichen, um den 13. Tabellenplatz und damit direkten Klassenerhalt abzusichern, wenn die Magdeburger (18:38) in Braunschweig punkten. Grund: Sollten die Vareler danach im letzten Saisonspiel beim HSV Hamburg (seit 50 Heimspielen ungeschlagen) verlieren, während der SCM II zu Hause gegen den DHK Flensborg gewinnt, wären die SG-Spieler und Magdeburger punktgleich. In diesem Falle käme der direkte Vergleich zum Tragen, den die Bundesliga-Reserve aus Sachsen-Anhalt mit zwei Siegen gegen die Vareler gewonnen hat. Letztere würden somit auf den 14. Platz verdrängt und müssten an der Abstiegsrelegation gegen die Tabellen-14. der anderen drei Drittliga-Staffeln antreten.

Quelle NWZ: Henning Busch: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport