Die Oberliga-Handballer der SG VTB Altjührden haben am Sonntag die unangenehme Auswärtsaufgabe beim Elsflether TB unbeschadet überstanden. Der Spitzenreiter siegte mit 27:22 (13:11) und bekam noch ein Geschenk obendrauf serviert.Der bisherige Zweite VfL Edewecht hatte tags zuvor sein Auswärtsspiel bei der SG Bremen/Hastedt mit 26:28 verloren. Dadurch haben die Friesländer in der Tabelle jetzt einen Vorsprung von vier Punkten vor den Ammerländern, die hinter der HSG Barnstorf/Diepholz auf Rang drei zurückfielen. So im Vorbeigehen hatten die Altjührdener die Punktein Elsfleth allerdings nicht überreicht bekommen. In der proppevollen Stadthalle hielten die Gastgeber hervorragend mit.Die Elsflether waren zwar körperlich deutlich unterlegen, hielten aber mit viel Spielwitz dagegen. Erst nach einer Zeitstrafe für ETB Abwehrchef Bela Rußler erspielte sich der Favorit aus Friesland eine Drei-Tore-Führung.Elsfleths Markus Zindler verkürzte kurz vor der Pause zum 11:13-Halbzeitstand. Die Vorentscheidung fiel direkt nach Wiederanpfiff. Bei den Elsflethern klappte in dieser Phase sowohl vorne als auch hinten nicht viel. „Reißt euch mal zusammen in der Deckung“, fauchte ETB-Trainer Ulrich Adami. Sein Gegenüber Ivo Warnecke hatte es da ein wenig einfacher, auf seine Spieler einzuwirken.
Da er als Spielertrainer fungiert, wechselte er sich in wichtigen Phasen selbst ein und gab direkt auf demPlatz die richtigen Anweisungen. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff lagen die Altjührdener mit sechs Treffern vorn. So ganz geschlagen geben wollten sich die Elsflether aber noch nicht. Als sie auf 17:21 herangekommen waren, hatten sie gleich mehrfach die Möglichkeit, weiter zu verkürzen. Doch überhastete Abschlüsse und auch ein wenig Wurfpech verhinderten die Aufholjagd.
Bemerkenswert war die Fairness in dieser Partie – und das auf allen Ebenen.Auf dem Platz gab es kein rüdes Foul zu sehen, und von den Publikumsrängen gab es ebenfalls nur positive Anfeuerungen zu hören. Zu dem erwies sich Altjührdens Physiotherapeut Dennis Ligthart als wahrer Sportsmann. Als sich Elsfleths Philipp Bolte bei einer Abwehraktion schwer am Knie verletzte, eilte er auf den Platz und behandelte den gegnerischen Spieler – Applaus. VTB-Trainer Ivo Warnecke war nach dem Spiel erleichtert. „Der ETB ist sehr unbequem zu bespielen. Wir wussten, dass es sehr schwer werden wird, und wir mussten alles geben, um zu gewinnen“, sagte er. Der Schlüssel zum Sieg sei die gute Arbeit in der Abwehr gewesen. „Der Sieg für Altjührden geht in Ordnung“, meinte Adami. Seine Mannschaft habe sich Anfang der zweiten Halbzeit in der Deckung ein, zwei Fehler zu viel erlaubt: „Das haben die Altjührdener eiskalt bestraft. Sie stehen nicht umsonst ganz oben in der Tabelle.“

Quelle NWZ: HENNING BUSCH: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport