HANDBALL Vareler Drittligist fehlen gegen Spitzenreiter TSV Altenholz personelle Alternativen

ALTJÜHRDEN – Ganz  schweren Zeiten gehen die Drittliga Handballer der SG VTB/Altjührden im heißen Herbst der Nordstaffel entgegen. Genau das, was einem Mini-Kader, der vor Saisonbeginn wegen finanziell limitierter Möglichkeiten auf 13 Mann gefährlich zusammengeschrumpft wurde, nicht passieren darf, ist eingetreten: Das Verletzungspech–von dem die Vareler bislang verschont geblieben waren – hat vor dem schweren Heimspiel an diesem Sonnabend gnadenlos zugeschlagen.

Krasser Außenseiter

So fallen in der Partie gegen den Spitzenreiter und haushohen Favoriten TSV Altenholz, die um 19.30 Uhr in der Manfred-Schmidt-Sporthalle beginnt, gleich drei Spieler aus–darunterinKapitänHelge Janßen und Torhüter Björn Bröckerhoff zwei echte Schwergewichte im SG-Team, das nach drei Niederlagen in Folge der Abstiegszone bedrohlich nahe gekommen ist.

„Es kommt zurzeit alles zusammen – aber wir müssen jetzt alle gemeinsam als Mannschaftversuchen, diese schwierige Phase zu überstehen“, erklärt HSG-Trainer Andrzej Staszewski. So muss er wegen anhaltender Achillessehnenprobleme auf Helge Janßen verzichten. Dieser ist mindestens zwei Wochen, eventuell sogar länger zum Pausieren gezwungen. „Das hat mich und uns wirklich getroffen – er ist unserer Lenker, Denker und Antreiber in der Abwehr“, erläutert Staszewski ernüchtert. Zudem kann der Coach bis auf Weiteres nicht mit Bröckerhoff planen, der sich wegen Herz-Rhythmus-Störungen in ärztlicher Behandlung befindet und vorerst sportlich deutlich kürzer treten muss. Zudem fehlt weiter Youngster Etrit Xhafolli, der noch für die Nationalmannschaft des Kosovo im Einsatz ist und erst nächste Woche nach Friesland zurückkehrt. Selbst mit Janßen und Bröckerhoff hatten die Vareler vor einer Woche im Heimspiel gegen den DHK Flensborg (30:35) auf ganzer Linie enttäuscht. Nun gehen sie vor dem knüppelharten Restprogramm des Jahres unter anderem mit Spielen gegen Potsdam, Flensburg Handewitt II, Fredenbeck und den HSV Hamburg personell richtig auf dem Zahnfleisch. „Umso mehr brauchen wir in den Heimspielen die Unterstützung der Zuschauer“, betont Staszewski, der mit seiner Mannschaft die Heimpleite der Vorwoche aufgearbeitet hat. „Natürlich waren alle sauer, auch auf sich selbst. Aber ich kann den Spielern nicht den Vorwurf machen, dass sie nicht wollen“, erklärt der Coach: „Auch wenn unsere Qualität gegen manchen Gegner aktuell nicht ausreicht, habe die Jungs das Herz, alles zu geben.“ Insbesondere die Abwehr im Zusammenspiel mit den Torhütern muss sich jedoch dringend steigern. In den vergangenen Jahren hatten die Vareler nach Gegentreffern stets eine der besten Deckungsverbände der Liga gestellt. Nun sind sie in dieser Statistik auf den fünftletzten Platz abgestürzt. Staszewski: „So ein radikaler Absturz darf nicht sein, dort müssen wir vor allem ansetzen.“ Schwieriges Unterfangen

Das ist natürlich ausgerechnet ohne den verletzten Abwehrchef Helge Janßen ein äußerst schwieriges Unterfangen. Für ihn soll nun vor allem Routinier Martins Libergs im Mittelblock in die Bresche springen. „Mit seiner Erfahrung ist er dazu in der Lage, wenn er von seinen Nebenleuten unterstützt wird“, betont Staszewski. Um zwischen den Pfosten überhaupt noch eine Alternative hinter Levin Stasch zu haben, hat der Vareler Coach einen „kleinen Traum“: „Ich hoffe, dass sich Andre Seefeldt als Notnagel auf die Bank setzt – auch wenn er bislang überhaupt nicht selbst trainiert hat, sondern nur als Torwarttrainer aktiv war.“ Schließlich bekommen es die Vareler am Sonnabend mit dem torgefährlichsten Angriff der Nordstaffel zu tun – allen voran mit dem Liga-Toptorschützen und Rückraum-Linken Sebastian Firnhaber (71 Treffer). Weiterer Garant für die Serie von acht Siegen in Folge – nur die Saisonpremiere in Aurich(29:39) ging daneben–ist Torhüter Fynn Schröder. Staszewski: „Der TSV hat eine bärenstarke Mannschaft, die zusammen mit Henstedt und dem HSV zu den Top-Favoriten zählt.“

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport