Wann hat es das zuletzt gegeben: ein Heimsieg mit 13 Toren Vorsprung? Die 500 Zuschauer in der Manfred-Schmidt-Halle waren am Samstagabend vom Auftritt der Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden gegen den Tabellenletzten SV Beckdorf restlos begeistert. 32:19 hieß es nach 60 Minuten in einer sehr einseitigen Partie.

Durch diesen Sieg haben die Vareler erst einmal die Abstiegsplätze wieder verlassen, obwohl sich der SC Magdeburg II als schärfster Widersacher im Abstiegskampf mit dem 31:31 beim VfL Fredenbeck ebenfalls einen Zähler sichern konnte und nach Pluspunkten (beide 11) gleichauf mit den Friesländern liegt.

Von Beginn an hellwach

Im Gegensatz zur desolaten Anfangsphase gegen die Magdeburger Reserve vor 14 Tagen (25:30), als man nach wenigen Minuten bereits aussichtslos mit 0:9 hinten lag, präsentierte sich die SG diesmal von Beginn an hellwach. Allen voran übernahm SG-Torjäger Oliver Staszewski Verantwortung und erzielte vier seiner insgesamt fünf Treffer in den ersten zwölf Minuten. Die Gastgeber waren bis in die Haarspitzen motiviert, so dass der Funke schnell aufs Publikum übersprang.

Durch eine akribische Vorbereitung hatte SG-Trainer Andrzej Staszewski seine Spieler optimal auf Beckdorf eingestellt. Der Mittelblock um Martins Libergs und Helge Janßen funktionierte perfekt. Hinzu kam, dass sich die Gäste zu Beginn der Partie einige technische Fehler leisteten, welche die Gastgeber zu einfachen Toren nutzten. Zudem zog SG-Keeper Björn Bröckerhoff SVB-Torjäger Tobias Hesslein mit einem gehaltenen Siebenmeter schnell den Zahn (7. Minute). Die Vareler erspielten sich immer wieder einen Vier-Tore-Vorsprung, den sie aber vor dem Seitenwechsel nicht weiter ausbauen konnten. Im Gegenteil – mit drei Treffern in den letzten zwei Minuten kam Beckdorf zur Pause noch einmal auf 12:14 heran.

Wie motiviert der mit acht Feldspielern und zwei Torhütern schmale Kader der Vareler war, zeigte sich in der Pause, als sich die Spieler vor dem Wiederanpfiff noch einmal kollektiv warm machten – und das sollte sich auszahlen. Das Staszewski-Team spielte sich in Abschnitt zwei in einen wahren Rausch.

Innerhalb von nur neun Minuten schraubten die Vareler das Ergebnis vorentscheidend auf 21:13 hoch. Großen Anteil daran hatte auch der zur zweiten Hälfte für Bröckerhoff eingewechselte Levin Stasch. Der SG-Keeper ließ die Beckdorfer Angreifer immer wieder verzweifeln. Am Ende standen 14 Paraden und ein gehaltener Siebenmeter auf dem Konto des 21-jährigen Youngsters. „Ich hatte eine hammergeile Abwehr vor mir, da musste ich nur noch richtig stehen“, sagte Stasch nach der Partie bescheiden.

Dickes Trainerlob

Im Angriff überzeugte diesmal vor allem Max Wiedenmann. Der Vareler Linksaußen glänzte mit neun Treffern und einer brillanten Vorstellung. Ein dickes Lob vom Trainer kassierte auch Routinier Martins Libergs, der beruflich bedingt die ganze Woche nicht mit der Mannschaft trainieren konnte und nun dennoch sechs Treffer erzielte. Eines fiel besonders auf: Bis zum Schlusspfiff zeigten sich die Vareler – im Gegensatz zu so manch anderer Heimpartie – bissig und torhungrig. So war der deutliche 32:19-Sieg am Ende auch in der Höhe absolut verdient.

„Unsere Abwehr und die beiden Keeper waren bombastisch. Dazu war die Qualität im Angriff sehr gut“, resümierte Staszewski: „Wir haben konsequent gespielt und oft einfache Tore erzielt. Max Wiedenmann hat ein super Spiel gemacht. Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft.“

Für Schlusslicht Beckdorf, das in der 45. Minute nach einem groben Foul an Helge Janßen noch den Vareler Ex-Zweitliga-Spieler Till Oliver Rudolphi mit Roter Karte verloren hatte, brechen indes äußerst schwierige Zeiten an. Der Abstieg in die Oberliga wird nach dieser schwachen Leistung kaum noch zu vermeiden sein.

Quelle NWZ: Friedhelm Müller-Düring www.nwzonline.de/friesland/lokalsport