Paukenschlag im letzten Spieldes Jahres: Dank eines unerwarteten,aber auch in der Höhe absolut verdienten 28:13 (15:8)-Kantersieges im Gipfeltreffen gegen die als Tabellenzweiter angereiste HSG Barnstorf/Diepholz überwintern die Oberliga Handballer der SG VTB/Altjührden als Spitzenreiter. Mit 20:2 Punkten führt  das Team um Spielertrainer Ivo Warnecke das Tableau nun vor dem VfL Edewecht (18:4) und den Barnstorfern (16:6) an. „Diesen hohen Sieg muss man erstmal verdauen“, sagte Warnecke kurz nach dem Schlusspfiff und blickte mehrmals grinsend zum Ergebnis, das hell auf der Anzeigetafel aufleuchtete: „Diesen Sieg können wir jetzt erstmal genießen. Aber nach Weihnachten gilt es dann, hart weiterzuarbeiten – schade, die Winterpause kommt eigentlich zur falschen Zeit.“ Ganz anders war natürlich der Gemütszustand bei seinem Gegenüber auf HSG-Seite.„Wir sind hier total demontiert worden – und dafür habe ich so kurz nach dem Spiel auch noch keine Erklärung“, sagte ein völlig konsternierter Dag Rieken, dessen Mannschaft zuvor von den Varelern nach allen Mitteln der Handballkunst auseinander genommen worden war. Wen der ehemalige Vareler Zweitliga Spieler von seinen Barnstorfer Akteuren auch auf die Platte schickte, nichts sollte fruchten.Auch das gefährliche Umschaltspiel der Gäste kam nicht zum Tragen, da die Vareler in der Offensive kaum Fehler produzierten und in der Rückwärtsbewegung zu dem blitzschnell agierten. So haben die zu Hause damit immer noch ungeschlagenen Vareler vor 505 Zuschauern in der gut gefüllten Manfred-Schmidt-Sporthalle ein ganz dickes Ausrufezeichen hinter ihre Titelambitionen und die Mission direkter Wiederaufstieg in die Dritte Liga gesetzt. Während den Hausherren in der erstaunlich einseitigen Partie fast alles gelang,erwischten die Gäste aus dem Landkreis Diepholz einen schwarzen Tag und leisteten erschreckend wenig Gegenwehr. Und das war in erster Linie der bärenstarken Leistung der Vareler geschuldet, die schon vor dem Seitenwechsel über 6:2 (13.), 6:4 (15.), 10:4 (20.) und 14:7 (28.) auf die Siegerstraße eingebogen waren. „Mit unserer super Abwehr haben wir den Gegner zur Weißglut gebracht. Es passte diesmal alles“, brachte es SG Routinier Jochen Toepler auf den Punkt. So zeigte sich die Vareler 6:0-Abwehr um die beiden aufmerksamen Mittelblocker Helge Janßen und Florian Hartwich ebenso beweglich wie kompakt. Zudem brachte Torhüter Levin Stasch mit seinen vielen Paraden, darunter zwei gehaltene Siebenmeter und diverse Würfe aus der Nahdistanz,die gegnerischen Werfer reihenweise zur Verzweiflung. Dazu gehörte auchder diesmal völlig indisponierte HSG-Shooter Kamil Chylinski. Dem aktuellen Torschützenkönig der Oberliga (96/34) gelang nur ein einziger Feldtreffer (2/1). „Es gibt so Tage, da kannst du machen,was du willst,und hältst fast alles“, freute sich Stasch und zeigte sich zudem als echter Teamplayer: „Aber die Jungs vor mir haben auch eine unglaubliche Abwehr gestellt, das hate s mir nicht ganz so schwer gemacht.“ Auch Abwehrchef und Kapitän Helge Janßen war voll des Lobes: „Dass wir in der zweiten Halbzeit nur fünf Gegentreffer zugelassen haben,sagt alles.Aus dem Rückraum und von den Außen haben wir – auch dank Levin – kaum Tore zugelassen. Das, was wir uns vorgenommen haben, hat super geklappt.“ Doch auch vorn lief es über weite Strecken wie am Schnürchen für die Vareler, die gegen die bis Samstag nach Gegentreffern beste Abwehr der Liga im gebundenen Angriffsspiel immer wieder auf einen zweiten Kreisläufer auflösten und damit dicke Löcher in die offensive 3:2:1-Abwehr der Barnstorfer rissen. Zudem leisteten sich die Hausherren bis zum 20:10 (40.) kaum einen technischen Fehler oder Fehlwurf. Als besonders sichere Schützen taten sich unterm Strich die Außen Patryk Abram (7) und Toepler (6) hervor, die beide fast auf eine hundertprozentige Trefferquote kamen. Rückraumspieler Oliver Staszewski schlug achtmal zu. Erst aber der 40. Minute ließen die Gastgeber die Zügel etwas schleifen und scheiterten gleich viermal in Folge am dritten HSG-Keeper Jakob Kasperlik, so dass die Zahl der Treffer merklich zurückging. Über 22:11 (51.) und 26:12 (57.) machten die Vareler dennoch ausgerechnet im Gipfeltreffen ihren bislang höchsten Saisonsieg perfekt und ließen sich dafür nach Spielschluss lautstark von den heimischen Fans feiern.

Quelle NWZ: HENNING BUSCH: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport