Der TvdH Oldenburg zeigte sich geschockt vom plötzlichen Weggang des Leistungsträgers. Dem Vareler Drittliga-Absteiger bleibt indes Torhüter Levin Stasch erhalten.

Die SG VTB/Altjührden ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Nur anderthalb Wochen nach dem Rücktritt von Andrzej Staszewski, der die zuvor am Saisonende in die Oberliga abgestiegenen Handballer fünf Jahre lang unter schwierigen personellen Bedingungen in der Dritten Liga gecoacht hatte, bestätigte der neue Kopf der SG, Piet Ligthart, am Donnerstagnachmittag auf Nachfrage die Verpflichtung von Ivo Warnecke. Dieser war zuletzt als Leistungsträger des Verbandsligisten TvdH Oldenburg aktiv.

Der 36-Jährige übernimmt zum ersten Mal das Amt eines Trainers, ist in der Handballszene aber alles andere als ein Unbekannter. Der 2009 vom OHV Aurich zum Wilhelmshavener HV gewechselte Warnecke, war für die Jadestädter als Kapitän, der auf Rückraum Mitte und Linksaußen eingesetzt wurde, jahrelang erfolgreich am Ball. Nach dem Abstieg in die Dritte Liga (2011) machte er mit dem WHV in der Saison 2014/2015 die Rückkehr in die Zweite Bundesliga perfekt. Vor der vergangenen Spielzeit trat Warnecke sportlich kürzer und wechselte von der Jade an die Hunte zum TvdH.

„Es ist sehr schön, dass wir den Trainerposten so schnell wieder besetzen konnten und an dieser Stelle jetzt sicher aufgestellt sind“, betonte Ligthart in seiner neuen Funktion als Geschäftsführer und Gesellschafter der HSG Varel-Friesland UG, dem wirtschaftlichen Träger der Mannschaft: „Und Ivo Warnecke ist eine sehr gute Wahl.“

Zugleich erhofft sich Ligthart dadurch nun Rückenwind bei der schwierigen Suche nach neuen Spielern, von denen die Vareler weiterhin noch einige benötigen. Stand Donnerstag gehören dem SG-Kader bislang nur sechs Akteure für den geplanten Neuaufbau sicher zur Verfügung: Während der Verbleib von Helge Janßen, Oliver Staszewski, Kevin Langer und Fabian Hartwich sowie der Zugang von Justin Herrmann (HSG Wilhelmshaven) bereits länger feststeht, hat sich nun auch Torhüter Levin Stasch, dem unter anderem ein Angebot aus der Dritten Liga vorgelegen hatte, dazu entschieden, weiter für die SG VTB/Altjührden aufzulaufen.

„Wir sind auf einem guten Weg“, betonte Ligthart: „Zwar sind wir von der Anzahl her noch nicht stark besetzt, wohl aber leistungsmäßig.“ Gespräche mit potenziellen Zugängen laufen derzeit weiter. Dabei habe der neue Coach nun ein Mitspracherecht. Ligthart: „Wir werden keine Schnellschüsse machen, sondern mit sicherem Auge schauen, welche Spieler wir uns leisten können, die uns qualitativ weiterhelfen.“

Derweil zeigten sich die Verantwortlichen des TvdH schwer enttäuscht bis verärgert über das „Wildern“ der SG und den völlig unerwarteten Verlust ihres Denkers und Lenkers sowie besten Torschützen. Hatte Warnecke den Oldenburgern doch für die Spielzeit 2017/2018 zugesagt und erst beim Auftakt der Saisonvorbereitung am Dienstag bekannt gegeben, dass er den Verein verlassen wird, um sich fortan auf das Traineramt zu konzentrieren.

„Das ist ein Schock, wenn man plötzlich seinen besten Spieler verliert, auf den auch das taktische Konzept ausgerichtet ist“, sagte TvdH-Coach Vaidas Dilkas (zuvor HSG Varel-Friesland): „Ein Riesenverlust, aber es hätte keinen Sinn gemacht, ihm Steine in den Weg zu legen und einen unzufriedenen Spieler mit Gewalt zu halten. Wir müssen das akzeptieren – auch wenn es schwerfällt.“ Es bleibe aber, ob des Zeitpunkts ein fader Beigeschmack.

 

Quelle NWZ: Henning Busch: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport