Auch vor dem Derby gegen den alten Rivalen OHV Aurich reißen die Hiobsbotschaften bei der SG VTB/ Altjührden nicht ab – alles andere wäre bei der aktuellen Seuchensaison für die Vareler auch eine Überraschung gewesen. Der ohnehin durchV erletzungen seit Monaten personell auf dem Zahnfleisch gehende Kader des Handball-Drittligisten wurde unter der Woche durch die aktuell grassierende MagenDarm-Grippe weiter geschwächt. So konnten Oliver Staszewski und Jan Derk Janßen bis einschließlich Donnerstagabend keine einzige Trainingseinheit absolvieren. Zudem fällt Youngster Etrit Xhafolli (dreifacher Bänderrisses im Fuß) ebenso weiter aus wie Kreisläufer Fabian Hartwich (Schulter-OP). „Es fehlen einem mittlerweile wirklich die Worte“, gesteht SG-Trainer Andrzej Staszewski, der vor dem Prestigeduell gegen die Ostfriesen, das an diesem Sonnabend um 19.30 Uhr vor großer Kulisse in der Altjührdener Manfred Schmidt-Sporthalle angepfiffen wird, einmal mehr zum absoluten Improvisieren gezwungen ist. Dabei können die Vareler als Viertletzter (13:23 Punkte) weitere Zähler im Kampf um den Klassenerhalt dringend gebrauchen, während sich die Auricher (21:15),trotz zeitweiser Verletzungssorgen, mittlerweile bis auf den sechsten Tabellenplatz nach vorn gearbeitet haben und daher recht entspannt in Altjührden auflaufen können–eigentlich. Wäre da nicht das Hinspiel ! Schließlich hatte die Mannschaft von OHV-Trainer Arek Blacha Mitte Oktober 2016 vor 1500 völlig verdutzten und am Ende auf Auricher Seite maßlos enttäuschten Fans mit 24:28 (15:16) gegen die äußerst frech aufspielenden Vareler die erste Heimniederlage der Saison kassiert.„Natürlich werden sie sich dafür jetzt revanchieren wollen“, rechnet Coach Staszewski daher mit erbitterter Gegenwehr. Rückblick: Beim Auswärtscoup in Aurich, der von 130 mitgereisten SG-Fans ausgelassen bejubelt wurde, war allen voran Björn Bröckerhoff zum Matchwinner avanciert. Der 23-jährige Schlussmann, der vor der Saison vom OHV zur SG zurückgekehrt war, brachte seine alten Auricher Teamkameraden nach der Pause mit zahlreichen Reflexen selbst aus kürzester Distanz zur Verzweiflung und kam am Ende auf eine außergewöhnliche Quote von über 70 Prozent gehaltener Würfe. Zudem zeigte sich Marek Mikeci (9/3) im Abschluss äußerst treffsicher und wurden die SG-Angriffe ruhig und diszipliniert ausgespielt. Ob die Vareler angesichts der dauerhaften Personalmisere allerdings noch einmal zu solch einer Energie-Leistung fähig sind, bleibt abzuwarten. Zumal sich die Verletzungssorgen der Gäste aus Ostfriesland vor dem 4 1:29 Kantersieg am vergangenen Wochenende gegen den Vorletzten Werder praktisch in Luft aufgelöst haben. So stand Coach Blacha nur Tim Stapenhorst (Bänderriss im Fuß) nicht zur Verfügung. Indes konnten Josip Crnic (Knieprobleme) und Wilke de Buhr (lädierter Daumen) erstmals wieder eingesetzt werden. Zudem feierte der vor zwei Wochen reaktivierte Leif Brandt, der auf allen Rückraumpositionen eingesetzt werden kann, ein äußerst gelungenes Debüt im OHV-Dress. Erfolgreichste Torschützen waren einmal mehr Karlo Oroz und Kevin Wendlandt. „Unsere Abwehr, die in den letzten beiden Spielen einen starken Eindruck hinterlassen hat, wird wieder das A und O sein“, weiß Staszewski und hofft zudem auf einen erneuten Glanztag seiner Torhüter. Spannend bleibt zudem, welche taktischen Kniffe sich die beiden befreundeten Trainer einfallen lassen, um das jeweils gegnerische Team aus dem Konzept zu bringen.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport