Mit einem ganz kleinen Kader haben die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Samstagabend im Kellerduell bei Grün Weiß Werder groß aufgespielt. Durch den trotz des enormen Drucks für beide Teams im Abstiegskampf souverän herausgespielten 27:20 (13:8)-Erfolg beim Tabellenvorletzten in Brandenburg kletterten die Friesländer auf den zwölften Tabellenplatz. Während für Schlusslicht Beckdorf (4:34Punkte) und Werder (5:33) der direkte Abstieg nun kaum noch zu verhindern sein wird, gibte s aktuelle inen Vierkampf zwischen Flensborg (16:22), Altjührden (13:23), Magdeburg II und Braunschweig (beide 13:25) um den dritt letzten Tabellenplatz, der in den vergangenen beiden Spielzeiten nach der regulären Saison die Teilnahme an der Abstiegsrelegation bedeutete. „Umso wichtiger war für uns der Sieg bei Werder, auch wenn wir im Vergleichz ur Konkurrenz noch ein weniger ausgetragenes Spiel in der Hinterhand haben“, sagte SG Coach Andrzej Staszewski nach der Rückkehr aus der Nähe von Potsdam erleichtert. Zumal die Vorzeichen für die Vareler Rumpftruppe mal wieder äußerst ungünstig gewesen waren.

Seefeldt hält sich bereit

Weil Jan-Derk Janßen (Klausur), Fabian Hartwich und Etrit Xhafolli (beide verletzt) nicht mit spielen konnten, wurde kurzerhand Torwarttrainer André Seefeldt als achter Feldspieler eingetragen, um für den Notfall überhaupt noch einen zweiten Auswechselspieler zur Verfügung zu haben. Zwar musste der Routinier auf dem Spielfeld am Ende nicht eingreifen, doch wäre er auf Kurzeinsätze als Aushilfs-Kreisläufer vorbereitet gewesen. Allerdings hatten die Vareler nur wenige Minuten nach dem Anpfiff gleich den
nächsten personellen Rückschlag zu verkraften. Der mit drei Paraden in Folge so glänzend in diese richtungweisende Partie bei Werder gestartete Björn Bröckerhoff sah die Rote Karte (6. Minute). Was war passiert? Der SG-Torhüter war bei einem Konter der Hausherren, die einen langen Pass auf den losgeeilten Linksaußen gespielt hatten, aus seinem Gehäuse gerannt und in der Höhe des Siebenmeterstrichs beim Versuch, den Pass zu fangen, sowohl mit seinem Gegenspieler als auch mit dem Ball in Kontakt geraten. „Es war kein richtiges Foul, der Linksaußen ist sogar weitergelaufen, aber leider ist die Rote Karte bei solch einer unglücklichen Aktion regelkonform“, erläuterte Staszewski.So war Bröckerhoff,der übrigens nur für dieses Spiel disqualifiziert wurde und keine weitere Sperre fürchten muss, ab der 6. Minute zum Zuschauen verdammt. Doch der für ihn zwischen die Pfosten gerückte Levin Stasch hatte einen Einstand nach Maß: Er entschärfte sofort den fälligen Siebenmeter, hielt auch danach bärenstark und kam am Ende auf 13 Paraden. Überhaupt war die Abwehr der Schlüssel zum so eminent wichtigen zweiten Auswärtssieg der laufenden Saison. „Die Abwehr stand angeführt von Helge Janßen und Martins Libergs prächtig“, freute sich Staszewski: „Das, was wir unter der Woche mangels Spielern in kleinsten Gruppen abgesprochen und eingeübt hatten, haben die Jungs, die alle mit ganz großem Herz bei der Sache waren, klasse umgesetzt.“ Im Angriff hatten es die Vareler ihrerseits – wie vorab erwartet – mit diversen wechselnden Abwehrsystemen zu tun. Phasenweise nahmen die Werderaner sogar zwei Spieler in direkte Manndeckung. Doch die Gäste ließen sich davon nicht beirren. Sie bauten ihre Angriffe weitestgehend ruhig aufund erspielten sich immer wieder gute Wurfpositionen.So setzten sich die Altjührdener schon vor der Pause über 4:4 (15.), 8:5(22.) und 11:7 (27.) um einige Tore ab.

Auf Zähne gebissen

„ Auch  nach dem Wechsel haben die Jungs eine tolle Moral gezeigt,trotz diverser Wehwehchen auf die Zähne gebissen und weiter viel Druck gemacht“, freute sich Staszewki. Über 16:10 (36.) war schon beim 21:12 (45.) eine Vorentscheidung gefallen. Einen auch optisch bleibenden Eindruck hinterließ die Partie bei Youngster Kevin Straten, der sich bei einem Zweikampf in der Schlussphase einen Cut über dem Auge zugezogen hatte. Dieser wurde in einer Potsdamer Klinik zunächst geklebt und nach der Rückkehr mit dem Mannschaftsbus dann im Vareler Krankenhaus mit drei Stichen genäht. Jetzt haben die SG-Spieler anderthalb Wochen Zeit zum Durchatmen, ehe am Sonnabend, 18. Februar, das prestige trächtige Derby gegen den OHV Aurich in Altjührden auf dem Programm steht. Am Mittwochabend gibt es zur Abwechslung ein bereits lange abgesprochenes Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten E&O Emmen. Anwurf ist um 19 Uhr in der Manfred-Schmidt-Sporthalle.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport