Der Klassenerhalt der Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden hängt sei tSamstagabend nur noch an einem seidenen Faden. Dementsprechend groß war die Ernüchterung bei Mannschaft und Fans nach dem letzten Heimspiel der Saison – und der eventuell sogar vorerstletzten Drittliga Partie in Altjührden. Zuvor waren die Vareler vor 624 Zuschauern durch den Ausgleichstreffer in letzter Sekunde nicht über ein 30:30 (18:17) gegen den VfL Fredenbeck hinaus gekommen.

Schmerzhaft abgerutscht:

Viel schlimmer noch aber wog der zeitgleiche 30:24-Sieg des nun wieder punktgleichen Abstiegsrivalen SC Magdeburg II in Braunschweig. Dadurch rutschten die Vareler, die  den direkten Klassenerhalt nun nicht mehr in eigenen Händen halten, am vorletzten Spieltag auf Relegationsplatz 14 der Nord-Staffel ab. Um diesen am kommenden Sonnabend, 6. Mai, wieder zu verlassen und damit den direkten Ligaverbleib doch noch perfekt zu machen, muss das Team von SG-Trainer Andrzej Staszewski beim großen Favoriten HSV Hamburg zwingend punkten und zugleich auf einen Patzer der Magdeburger in deren Heimspiel gegen Flensborg hoffen. Dabei hatten die Vareler am Samstag bis zur 49. Spielminute noch voll auf Kurs gelegen. Zu diesem Zeitpunkt führte das frenetisch angefeuerte und aufopferungsvoll kämpfende Team um SG-Kapitän und Abwehrchef Helge Janßen (1), dessen phasenweise wie aufgedreht agierenden jüngeren Bruder Jan Derk Janßen (6) sowie den treffsicheren Marek Mikeci (9/2), Max Wiedenmann (5) und Oliver Staszewki (5) mit 27:24 gegen Fredenbecker, die trotz ihres bereits sicher feststehenden Klassenerhalts absolut nichts herschenkten. Im nicht minder bedeutenden Duell zwischen Braunschweig und Magdeburg II stand es zu diesem Zeitpunkt 21:21. Zum Hintergrund: Ein Sieg der Vareler und eine zeitgleiche Niederlage der Magdeburger hätte für das Staszewski-Team den vorzeitigen Klassenerhalt bedeutet. Doch es kam anders im Fernduell mit den SCM
Youngsters: Während sich Magdeburg beim MTV Braunschweig vorentscheidend auf 27:22 (57.) absetzen konnte, und damit klar war, dass der Kampf um den 13. Tabellenplatz auf den letzten Spieltag vertagt werden würde, gaben die Vareler – die auf dem Feld nicht über die Spielstände beim Abstiegsrivalen SCM II informiert wurden – ihren Vorsprung noch aus der Hand. Über 28:25 (52.) schmolz er gegen die auf Tempospiel und schnelle Mitte setzenden Fredenbecker auf 29:28 (58.) und 30:29 (59.).

Letzter Wurf entscheidet:

Nach einem Fehlwurf der Hausherren kam der VfL noch einmal in Ballbesitz und erhielt zwei Sekunden vor dem Abpfiff einen Freiwurf zugesprochen. Mit dem buchstäblich letzten Wurf einer turbulenten und spannungs geladenen Partie erzielte Fredenbecks Lars Kratzenberg per Hüftwurf noch den glücklichen Ausgleich. Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale ist damit klar: Gewinnt die SCM-Reserve zu Hause gegen Flensborg,istf ür die Vareler selbst bei einem zeitgleichen eigenen Sieg in Hamburg der Weg in die Abstiegsrelegation gegen die Tabellen-14. der anderen drei Drittliga-Staffeln (13./14. Mai) unausweichlich. Grund: Die SG-Handballer haben den direkten Vergleich gegen Magdeburg verloren, der am Saisonende bei Punktgleichheit zum Tragen kommt. Spielen die SCM-Youngsters indes nur remis gegen Flensborg, müssten die Vareler gegen den seit 50 Heimspielen unbesiegten HSV gewinnen, um den direkten Klassenerhalt doch noch perfekt zu machen und eine Verlängerung der Saison mit ungewissem Ausgang zu verhindern. Unterliegen die Magdeburger in ihrem letzten Heimspiel überraschend gegen die Flensborger, würde den Friesen ein Remis reichen.

Abstiegsrelekation am 13/14 Mai:

Nachder regulären Saison wird eine Abstiegsrelegation ausgetragen, in der die Tabellen-14. der vier Drittliga-Staffeln Nord (aktuell SG VTB/Altjührden), Süd (SG Pforzheim/Eutingen), West (TuS Volmetal) und Ost (SG LVBLeipzig) aufeinandertreffen.
Vom DHB wurde das vorsorglich angesetzte Relegationsturnier auf 13./14. Mai terminiert.Falls ein Oberligist nicht aufsteigen will oder sich ein sportlich qualifizierter Drittligistzurückzieht, verbleibtder Gewinner in der Dritten Liga.
Inzwischen ist sicher, dass mindestens ein Platz in der Dritten Liga frei bleibt. Grund: In der Oberliga Ostsee-Spree verzichtet Tabellenführer LHC Cottbus aus finanziellen und strukturellen Gründen auf den Aufstieg in die Drittklassigkeit. Der mögliche Nachrücker Stralsunder HV verzichtet laut dessen Geschäftsführer Markus Dau aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen ebenfalls freiwillig auf den Aufstieg in die Dritte Liga.

Quelle NWZ: Henning Busch: www.nwzonline.de/friesland/lokalsport