Porträt: Niels Bötel
pj. Peter Kalafut bezeugte ihm erst kürzlich eine sehr gute Entwicklung. Und tatsächlich lässt sich auf den in die Fußstapfen von Ex-Routinier Christian Brecht gesprungenen Niels Bötel kaum noch verzichten. Mittlerweile bestreitet Niels seine dritte Saison in der Liga. So dürfte es sich herumgesprochen haben, dass sich der scheinbar „liebe kleine (1,83m) Knuddeltyp“, der eher mal ein Kilo zu viel entgegenzusetzen hat, auf dem Handballparkett in einen torgefährlichen und schnellen Spielgestalter wandelt. Auch als sicherer Siebenmeterschütze sticht der sympathische Zweiundzwanzigjährige hervor. Oft genug ist er es, der in schwierigen Spielsituationen sein Herz buchstäblich in die Hand nimmt und mit tollen Anspielen und eigenen überraschenden Toren schon so manches Match mit bisweilen acht Treffern wieder auf den Weg brachte.
Nils wurde am 21. März 1987 in Rendsburg (Schleswig-Holstein) geboren, besuchte die Grund- und Realschule und das Fachgymnasium Technik. Dort bestand er auch 2006 sein Fachabitur und leistete anschließend bis Mai 2007 einen neunmonatigen Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt ab.
Mit 6 Jahren begann Niels beim Büdelsdorfer TSV Handball zu spielen und durchlief alle Jugendklassen bis zur B-Jugend. Dann wechselte er zum renommierten Club der SG Flensburg-Handewitt, wurde dort mit der B-Jugend Deutscher Meister und spielte mit der A-Jugend in der Regionalliga. Sein ehemaliger Co-Trainer übernahm für den Jugendlichen regelmäßig den Fahrdienst zum 60 km entfernten Flensburg.
Bei der HSG Schülp-Westerrönfeld absolvierte er sein erstes „Männerjahr“ in der Regionalliga Nordost, spielte dort im Rückraum links und auf Mitte. Eigentlicher Motor seines Wechsels nach Varel war seine ebenfalls im Leistungshandball aktive Freundin Julia Renner. Beide ler nten sich bereits als Jugendspieler 2003 beim Stützpunktraining des Handball-Verbands Schleswig-Holstein kennen. Die gleichaltrige Torhüterin des VFL Oldenburg, die in Oldenburg Sport und Mathematik auf Lehramt studiert, suchte den Kontakt zu Peter Kalafut. Bereits 2006 stellte er sich beim Probetraining in Varel vor und überzeugte den „strengen Trainerblick“ mit seinen spieltechnischen und flinken Anlagen. Die gemeinsame Wohnung mit Julia in Oldenburg ist nun Ausgangspunkt für die Pendelei nach Varel und Wilhelmshaven. Nach seinem Wechsel zum 1. Juli 2007 zur HSG nahm er nämlich gleichzeitig mit Helge Janßen ein Maschinenbaustudium an der Jade-Hochschule auf.
Mittlerweile ist er im 5. Semester, hat den Studienschwerpunkt Energie-, Verfahrens- und Umwelttechnik gewählt und strebt im nächsten Jahr zunächst den Bachelor of Engineering an. Auch denkt er an ein weiterqualifizierendes Masterstudium. Im derzeitigen 20-wöchigen Praxissemester können seine ersten ingenieurmäßigen Kenntnisse in der Vareler Papier- und Kartonfabrik Anwendung finden.
Seine Eltern, beide ehemals aktive Handballer, besuchen regelmäßig die Heimspiele ihres einzigen Sohnes.
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