Sechs Spieltage vor dem Saisonende steigen Anspannung und Druck im Abstiegskampf bei den Drittliga-Handballern der SG VTB/Altjührden merklich. „Wir benötigen noch sechs Punkte“, sagt Trainer Andrzej Staszewski vor dem bereits drittletzten Heimspiel in der Manfred-Schmidt-Sporthalle. Zu Gast ist ab 19.30 Uhr der SV Anhalt Bernburg, gegen den die Friesen aus dem Hinspiel zudem noch eine Rechnung offen haben.

Während für Schlusslicht SV Beckdorf (6:44 Punkte) und Grün Weiß Werder (9:39) der Zug im Tabellenkeller schon abgefahren sein dürfte, ist ein Dreikampf zwischen dem MTV Braunschweig (19:31), den Varelern (15:33) und dem SC Magdeburg II (15:35) um den 13. Tabellenplatz entbrannt, der am Saisonende noch den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde.

Die mit Abstand besten Karten haben die Braunschweiger, die zudem an diesem Sonnabend gegen Werder schon für eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten sorgen könnten. Bliebe ein Zweikampf zwischen der SG und Magdeburg, den die Friesen nur gewinnen würden, wenn sie am Saisonende einen Punkt besser dastehen als die Bundesliga-Reserve, die den direkten Vergleich gegen die Vareler gewonnen hat.

„Unsere volle Konzentration gilt jetzt erstmal den Bernburgern, die wir unbedingt besiegen wollen“, betont Staszewski und erwartet auch nach den Erfahrungen aus dem Hinspiel buchstäblich einen intensiven Schlagabtausch. Mitte November hatte eine kampfstarke Vareler Rumpftruppe mit 25:28 in Sachsen-Anhalt den Kürzeren gezogen. Übel aufgestoßen war den SG-Verantwortlichen dabei nicht nur der vom Gegner vorab ausgeschlagene Wunsch nach einer Spielverlegung, sondern vor allem auch die hitzige und aggressive Atmosphäre in der Halle, an der laut Staszewski auch die Offiziellen auf der Bernburger Bank ihren Anteil hatten.

„Es wird wie im Hinspiel auch auf dem Spielfeld voll zur Sache gehen. Aber wir werden versuchen, uns von der auch in der Abwehr äußerst robusten Mentalität des Gegners nicht provozieren zu lassen“, erklärt Staszewski. Immerhin wurden zwei äußerst erfahrene Unparteiische für diese Partie angesetzt.

Verzichten muss der SG-Coach bis zum Saisonende auf Youngster Kevin Straten, der sich – wie vermeldet – in der Partie gegen Altenholz einen zweifachen Bruch des Kehlkopfes zugezogen hatte und Mitte der Woche operiert wurde. Auflaufen wird Führungsspieler Oliver Staszewski, auch wenn er unter der Woche wegen einer Entzündung in der Hüfte nicht trainieren konnte.

Gefährlichste Rückraumspieler bei den Bernburgern, die in der Tabelle jenseits von Gut und Böse stehen, sind Gabor Pulay, Steffen Cieszynski, Marcel Popa, Patrick Schneider und Regisseur Kilian Kraft.

Relegation

Normalerweise steigen die drei Letztplatzierten der vier Drittliga-Staffeln Nord, Süd, West und Ost in die Oberliga ab, so dass es insgesamt zwölf Absteiger gibt. Dennoch wird am Ende der regulären Saison auch in dieser Spielzeit wieder vorsorglich eine Abstiegsrelegation ausgetragen, in der die vier Tabellenvierzehnten aufeinandertreffen – in der Nordstaffel belegt der SC Magdeburg (15:35 Punkte) zurzeit diesen Platz. Die SG VTB/Altjührden (13./15:33) hat jedoch den direkten Vergleich (kommt bei Punktgleichheit am Saisonende zum Tragen) gegen die Magdeburger verloren.

Die Abstiegsrelegation wurde auf den 13./14. Mai terminiert. Falls ein Oberligist nicht aufsteigen will oder sich ein sportlich qualifizierter Drittligist zurückzieht, verbleibt der Gewinner dieser Relegation in der Dritten Liga.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport