Das nächste Endspiel um den Klassenerhalt haben die Spieler der SG VTB/Altjührden vor der Brust. Der nach der Heimpleite vor zwei Wochen gegen den SC Magdeburg II (25:30) und dem spielfreien Wochenende auf einen Abstiegsplatz abgerutschte Handball-Drittligist empfängt als Drittletzter (9:23 Punkte) das Schlusslicht SV Beckdorf (4:30). Und die Ausgangslage ist völlig klar: Beide Teams sind zum Siegen verdammt.

„Beide Mannschaften stehen unter großem Druck, deshalb wird es wohl kein schönes Spiel werden“, rechnet SG-Coach Andrzej Staszewski ab 19.30 Uhr in der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden mit einem reinen Kampfspiel: „Wir werden natürlich versuchen, mit dem, was wir zur Verfügung haben, unser Bestes zu geben – aber zaubern kann ich nicht und können wir nicht.“

Der SG-Trainer hat in den Trainingseinheiten der vergangenen beiden Wochen versucht, in taktischer Hinsicht mehr Variabilität ins Angriffsspiel seiner Truppe zu bekommen. Die wird insbesondere gegen die Beckdorfer Deckung vonnöten sein, die in ihrer Formation ebenfalls von Spiel zu Spiel variiert. Im Hinspiel etwa wurde Varels Marek Mikeci von Beginn an mit einer Manndeckung aus der Partie genommen.

„Auch darauf haben wir uns eingestellt, um den dann entstehenden Platz für die anderen besser ausnutzen zu können als beim ersten Aufeinandertreffen“, erklärt Staszewski. Rückblende: Im Hinspiel im Landkreis Stade hatten die Vareler, die selbst aus 100-prozentigen Wurfpositionen zahlreiche Fahrkarten warfen, vor allem aufgrund von mehr als 20 Fehlwürfen und eines mangelhaften Rückzugsverhaltens mit 28:30 den Kürzeren gezogen. Das soll und darf sich im Rückspiel nicht wiederholen.

Umso bitterer aus SG-Sicht, dass Kreisläufer Fabian Hartwich wegen einer im Freundschaftsspiel beim Wilhelmshavener HV erlittenen Schulterverletzung nun aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Saisonende ausfällt. Bei ihm wurde ein Bänderriss an der Kapsel diagnostiziert. Nun wird sich der 22-Jährige am Montag zu einem Schulterspezialisten nach Hannover begeben, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Im Umkehrschluss muss der gerade erst wiedergenesene Abwehrchef und SG-Kapitän Helge Janßen nun auch im Angriff am Kreis wieder mehr Verantwortung übernehmen, statt seine Kräfte einzuteilen.

Am Mittwochabend stand im Training bei den Varelern die Videoanalyse auf dem Programm, um eine erneute Pleite gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu vermeiden. Dabei ist allen Beteiligten klar: Noch einen Albtraum-Start wie gegen Magdeburg, als es nach zehn Minuten 0:9 stand und der erste Feldtreffer der Hausherren erst in der 15. Minute erzielt wurde, können sich die Altjührdener nicht leisten. So hofft Staszewski, dass seine Schützlinge ihre Nerven diesmal besser im Griff haben: „Diese enttäuschende Anfangsphase muss schnell aus den Köpfen raus!“

Doch die Gegenwehr wird groß sein, denn das Beckdorfer Team um Trainer Rayco Rodriguez hat den Klassenerhalt längst noch nicht abgeschrieben, wie zuletzt die hauchdünne 24:25-Niederlagegen Schwerin gezeigt hat. Und während Staszewski und seine SG-Spieler bislang vergeblich auf eine Verstärkung gehofft haben, reagierten die Beckdorfer auf den drohenden Abstieg in die Viertklassigkeit auch in Sachen Personal. Sie reaktivierten in der Winterpause Routinier Stefan Völkers, der nun im rechten Rückraum wieder für Gefahr sorgt. Weitere Leistungsträger sind Torwart Florian Knust sowie Linksaußen Tobias Hesslein und Raimonds Trifanovs.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport