Varel Im letzten Auswärtsspiel des Jahres ist die erhoffte Überraschung im Abstiegskampf ausgeblieben – auch wenn die Rumpftruppe der SG VTB/Altjührden zumindest 50 Minuten lang fleißig daran geschnuppert hat. Am Ende zogen die mit nur zwei Auswechselfeldspielern angetretenen Vareler Drittliga-Handballer, denen nach einer starken ersten Halbzeit (12:9) im zweiten Durchgang immer mehr die Kräfte schwanden, beim favorisierten VfL Fredenbeck noch klar mit 23:29 den Kürzeren.

„Zunächst einmal bin ich froh, dass sich kein weiterer Spieler verletzt hat“, sagte SG-Coach Andrzej Staszewski nach der Rückkehr aus dem Landkreis Stade: „Dann hat meine Mannschaft eine Dreiviertelstunde lang einen super Job gemacht, ehe letztlich die fehlende Frische mangels Verschnaufpausen den Ausschlag zugunsten der Fredenbecker gegeben hat.“

Denn während Staszewski lediglich einen Torwart und zwei Außenspieler auf der Ersatzbank sitzen hatte, konnte der VfL aus dem Vollen schöpfen. Drei Fredenbecker Akteure mussten sogar auf der Tribüne Platz nehmen, da der Spielberichtsbogen aufseiten der Gastgeber voll war.

Bei der SG hütete indes der an Grippe erkrankte Kreisläufer Fabian Hartwich in der Heimat das Krankenbett und fehlte ebenso wie Tom Wiedenmann (Atmungsprobleme). Abwehrchef Helge Janßen wurde wegen seiner Achillessehnenreizung erneut geschont und kam nicht zum Einsatz – auch wenn er im offiziellen Spielbericht als Torschütze auftaucht. Den ihm fälschlicherweise zugeordneten Treffer hatte sein jüngerer Bruder Jan Derk Janßen erzielt, der mangels personeller Alternativen nicht nur am Kreis, sondern auch auf Rückraum Mitte eingesetzt wurde.

Gut und lautstark unterstützt von rund 30 mitgereisten SG-Fans hatten die Vareler die Partie in den ersten 30 Minuten dominiert. Die etwas offensiver als gewohnt ausgerichtete 6:0-Abwehr stand bestens und ließ die gefährlichen Fredenbecker Rückraumschützen Lars Kratzenberg (3) und Maciek Tluczynski (4) kaum zur Entfaltung kommen. Dahinter war Torhüter Björn Bröckerhoff (17 Paraden/davon zwei Siebenmeter) ein starker Rückhalt.

So staunten die 640 Zuschauer in der Geestlandhalle nicht schlecht ob der Zwischenstände von 4:1 (6.), 8:4 (16.) und 12:9 (30.) zugunsten der Vareler. Nach Wiederbeginn agierte die VfL-Abwehr aber aggressiver und offensiver, so dass sich aufseiten der Friesen die Fehlerquote im Angriff erhöhte. Die Ballverluste und Fehlwürfe selbst aus besten Positionen bestrafte allen voran Linksaußen Jürgen Steinscherer (7/3) mit Treffern nach Tempogegenstößen.

In der 44. Minute lagen die Hausherren, bei denen der Rückraumrechte Karol Moscinski (6) am häufigsten traf, erstmals mit zwei Treffern vorn (17:15). Doch blieben die Vareler bis zur 49. Minute (19:20) in direkter Schlagdistanz, ehe vier Fredenbecker Treffer in Folge das Ende aller Träume bedeuteten – 19:24.

„Ab der 47. Minute gab es einen Bruch in unserem Spiel“, bedauerte Staszewski. Zum einen kassierte die SG gleich zwei Treffer in eigener Überzahl, zum anderen schlichen sich aufgrund der nachlassenden Konzentration immer mehr Ungenauigkeiten ins SG-Spiel ein. Hinzu kam auch noch Pech: So traf der vom Siebenmeterstrich so treffsichere Marek Mikeci (11/7) aus dem Spiel heraus insgesamt fünfmal den Pfosten.

„Dennoch mache ich meiner Mannschaft keine Vorwürfe“, betonte Coach Staszewski: „Am Ende hat vor allem die breitere Bank der Fredenbecker den Unterschied ausgemacht.“ Nun muss die Vareler Rumpftruppe noch einmal Mal in 2016 die Kräfte mobilisieren. Das letzte Spiel des Jahres hat es allerdings in sich. So erwartet die SG am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) das Spitzenteam des HSV Hamburg in der Manfred-Schmidt-Sporthalle.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport