Nach der schlechtesten Saisonleistung im Angriff mit einem regelrechten Fehlwurf-Festival wollen es die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden an diesem Spieltag nun deutlich besser machen als zuletzt. Anders als bei der 16:28-Pleite vor einer Woche beim Oranienburger HC, als man vor dem Seitenwechsel bereits hoffnungslos mit 0:10 oder  2:15  zurücklag, erwartet Trainer Andrzej Staszewski nun eine Reaktion von seinen Mannen. Allerdings bekommen es die abstiegsbedrohten Vareler an diesem Sonnabend auswärts mit dem Tabellenzweiten HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg zu tun. Der Anwurf in der Sporthalle des Alstergymnasiums erfolgt um 19 Uhr. „Wir werden beim ganz großen Favoriten alles versuchen, um uns nicht noch einmal so abschlachten zu lassen wie in der ersten Halbzeit in Oranienburg“,sagt Staszewski und fordert eine deutliche Leistungssteigerung in der Offensive: „Wir müssen unsere Wurfeffektivität mindestens verdoppeln!“ Personell hat sich die Situation im Vareler Mini-Kader etwas entspannt. Zumal der reaktivierte Routinier Jochen Toepler erstmals auch auswärts mitvon der Partie ist. Der Ex-Zweitligaspieler hat die Woche komplett mit der Mannschaft mit trainiert. „Das ist ein zusätzlicher Motivationsschub für uns“, betont Oliver Staszewski, der sich nach überstandener Magen Darm-Grippe wieder auf dem Weg der Besserung befindet: „Jochen ist ein echter Teamfighter und kann nicht nur die jungen Spieler mitreißen.“
Fraglich ist indes, wie angriffslustig sich die HSGNord HU gegen die Gäste aus Friesland präsentiert. Zum einen dürften die meisten HSG Spieler bereits das nachfolgende Verfolgerduell in der nahezu ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle am Sonntag, 12. März, gegen den HSV Hamburg im Hinterkopf haben.Dies könnte dazu führen,
das man als klarer Favorit die Vareler möglicherweise auf die leichte Schulter nimmt. Zum anderen scheint völlig unklar, ob und wie es beim Zweitliga-Absteiger nach der Saison mit dem Leistungshandball weitergeht. Zunächst trennten sich die Verantwortlichen der auf den zweiten Tabellenplatz abgerutschten HSG Anfang Februar von Trainer Dusko Bilanovic. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Mannschaft war nicht optimal“, begründete Geschäftsführer Olaf Knüppel, der bis auf weiteres zusammen mit dem verletzten Spieler Tim Völzke als Interimstrainer fungiert. Zudem scheint die HSG Nord HU mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, so dass Knüppel Anfang Februar selbst eine sofortige Abmeldung der Mannschaft nicht ausschließen wollte. Bis Ende März soll Klarheit herrschen. Fakt ist: Am vergangenen Wochenende gab es für die Schleswig-Holsteiner vor den Toren Hamburgs einen weiteren Rückschlag im Titelkampf durch die 26:29-Niederlage gegen Schwerin, wo durch der Rückstand auf Spitzenreiter TSV Altenholz auf bereits sechs Pluspunkte angewachsen ist und der HSV auf zwei Punkte verkürzt hat. „Wir müssen jetzt zu Hause gegen die SG VTB/Altjührden eine Reaktion zeigen“, forderte Knüppel vor der Partie an diesem Sonnabend. Somit kommt es zu einem echten Duell der Enttäuschten, in dem sich beide Seiten nun von ihrer besseren Seite präsentieren wollen.

Quelle NWZ: Henning Busch  www.nwzonline.de/friesland/lokalsport