Der Verein hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In der Viertklassigkeit haben die Vareler nun viele schwere Derbys vor der Brust.

Für die Handballer der SG VTB/Altjührden beginnt an diesem Wochenende eine neue Zeitrechnung. Mehr als 35 Jahre lang gehörte der Verein (der zwischenzeitlich als HSG Varel und HSG Varel-Friesland firmierte) praktisch zum Inventar der Zweiten Liga oder zumindest der damaligen Regionalliga, später Dritten Liga. Nach dem äußerst schmerzhaften Absturz in die Oberliga in der Vorsaison, als man auch in der Abstiegsrelegation den Hebel nicht mehr umlegen konnte, haben die Verantwortlichen des schon länger taumelnden Traditionsclubs die Weichen vor der Spielzeit 2017/2018 auf Neustart gestellt.

Neue Führungsriege

Zunächst gab es den von Kritikern schon länger geforderten Umbruch in der Führungsebene. Neuer Kopf der SG ist Piet Ligthart. „Wir wollen binnen drei Jahren wieder zurück in die Dritte Liga, werden uns dabei aber nicht verrückt machen lassen“, setzt der langjährige Physiotherapeut der Mannschaft, der von einem neunköpfigen Kompetenzteam unterstützt wird, auf einen besonnenen Neuaufanfang. Der Gesellschafter und Geschäftsführer der HSG Varel-Friesland UG (wirtschaftlicher Träger der Mannschaft) hat damit Enno Ulffers abgelöst. Mit ihm hatte 1974 der Aufstieg des Leistungshandballs in Altjührden begonnen, den kein anderer wie der heute 85-Jährige gefördert und begleitet hat.

Zudem zog sich Ende Mai Lothar Brecht nach mehr als 25 Jahren als Teamverantwortlicher und Gesellschafter zurück. Als neuer Sportlicher Leiter fungiert nun Andre Seefeldt. „Wir versuchen, aus alten Fehlern zu lernen und neu anzufangen“, erklärt der langjährige SG-Torwart.

Für die Altjührdener waren in der Vergangenheit namhafte Trainer wie Nico Beslac oder Peter Kalafut aktiv. Die Spielzeiten 2000/2001 (unter Mikail Wasiljew) und 2001/ 2002 (unter Arek Blacha) waren mit Rang drei in der Tabelle die erfolgreichsten. Hervorgegangen sind aus der Manfred-Schmidt-Sporthalle zudem die späteren deutschen Nationalspieler Johannes Bitter (Weltmeister von 2007) und Jan Fegter (Olympia-Teilnehmer von 1996) sowie diverse weitere Bundesliga-Profis wie Ralf Koring oder Jan-Philip Willgerodt.

Abstieg auf Raten

Doch die glorreichen Zeiten sind inzwischen Geschichte, das Abrutschen in die Viertklassigkeit war ein Abstieg auf Raten, da der Kader sowohl qualitativ als auch quantitativ mangels finanzieller Möglichkeiten zuletzt immer weiter ausgedünnt wurde – und das nötige energische Gegensteuern der Verantwortlichen ausblieb.

Nun hat sich die neue Führungsriege einen Drei-Jahres-Plan zurechtgelegt. In diesem Zeitraum soll unter der Regie des neuen Spielertrainers Ivo Warnecke (TvdH Oldenburg) und Co-Trainers Ralf Koring der Sprung zurück in die Drittklassigkeit gelingen. Mit einer runderneuerten Mannschaft (5 Abgänge, 6 Zugänge) kein leichtes Unterfangen.

In die Saison startet das Team an diesem Samstag um 18.30 Uhr. Dann treten die SG-Handballer beim Aufsteiger TuS Rotenburg an. Das erste Heimspiel folgt am Samstag, 9. September, gegen den TV Cloppenburg.

Quelle NWZ: Henning Busch : www.nwzonline.de/friesland/lokalsport